Mittwoch, 18. April 2018

Es wird immer wieder behauptet

Genau wie hier im Fokus wird immer wieder behauptet, dass "nach der Gehaltserhöhung weniger übrig ist als davor". Dann kommen Beispiele. Das interessante, dass in keinem dieser Beispiele weniger Netto herauskommt, als vor der Gehaltserhöhung. Den Fehler im System scheint es nicht zu geben. Man will mit dieser abstrusen Behauptung eigentlich nur darauf hinweisen, dass die Gesamtbelastung prozentual steigt. Das heißt aber noch lange nicht, dass man weniger als vorher hat. Es heißt nur, dass eine 5% Steigerung des Bruttolohns nicht gleichzeitig eine 5% Steigerung des Nettolohns entspricht. Ob das sinnvoll ist oder nicht, ist diskutabel. Aber bisher habe ich keine Quelle/Szenario gefunden, wo die Fokus Behauptung zutreffen würde. Das es falsche Behauptungen sind, halte ich insofern für wahrscheinlich, da man sonst eben diese Beispiele darstellen würde.
Das gegebene Beispiel mit dem verlinkten Brutto-Netto Rechner, dass man bei 17.000 Euro/Jahr bei einer Gehaltserhöhung nicht mehr bekommen würde, ist falsch. Zum einen wäre es nicht weniger wie behauptet. Zum anderen ist es Netto mehr. D.h. der Fokus lügt in seinem Beitrag oder ist zumindest hochgeradig ungenau.

Chris
ach der Gehaltserhöhung weniger übrig ist als davor
ach der Gehaltserhöhung weniger übrig ist als davor

Dienstag, 3. April 2018

So viele Konjunktive follow up

Jetzt nachdem sich irgendwie fast alle Medien einig waren, dass Russland die Verantwortung für die Vergiftung von Sergej Skripal trug kommt diese Meldung


Aber immerhin haben wir munter russische Diplomaten ausgewiesen.

Chris

Donnerstag, 29. März 2018

So viele Konjunktive

Selbst die Aussage, wo Sergej Skripal vergiftet worden ist, scheint Spekulation zu sein. Sicher ist eigentlich bisher nur, dass er vergiftet wurde.

Der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Yulia sind wohl zu Hause mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden. 

Es wurden höchste Konzentrationen eines Gifts an der Tür gefunden.

Das teilte die britische Polizei mit. Demnach wurde die höchste Konzentration des Gifts an der Tür des Wohnhauses von Sergej Skripal im englischen Salisbury gefunden.
Skripal und seine Tochter Yulia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der Innenstadt von Salisbury entdeckt worden. Die britischen Ermittler gehen davon aus, dass sie mit dem in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff vergiftet wurden.

Das Gift wurde in der Sowjetunion entwickelt. Aus diesen ganzen Vermutungen und Indizien folgt, dass es Russland sein musste?! Vielleicht ist es so, vielleicht auch nicht. Wenn der Entwicklungsort einer Technologie, die Verantwortung für Taten impliziert, dann gute Nacht. Bei wievielen Terroristischen Anschlägen kam GPS und das Internet zum Einsatz? Sind dann die USA Schuld?
Das Russlandbashing gerade auch der deutschen Medien wird bedient, weil es so schön einfach ist. Putin ist der Russe. Der will uns nur böses. Da fängt man sich von linksversifften Gutmenschen vielleicht etwas Kritik ein. Aber die kaufen ja auch keine Zeitung und sind daher egal. Man bedient das konsverative Lager und freut sich. Journalismus sieht anders aus. Bei soviel Konjunktiv sollte die Maxime lauten, Abwarten.

Chris

Montag, 26. März 2018

Warum sind Politiker eigentlich so unbeliebt

Wer sich fragt, warum Politiker so ein schlechtes Image haben sollte dieses Video sehen. Das Problem ist nicht, dass ein Republikaner den Demonstranten vorschlägt sie sollten an Wiederbelebungskurse teilnehmen, anstatt auf die Straße zu gehen. Nein er schlägt vor sie sollen sich lieber selbst helfen, anstatt vom Staat zu fordern sie zu schützen. Dafür ist der Staat aber letztenendes da. D.h. ein Politiker spricht der Politik des Staates ihren Sinn ab. Zusätzlich kommt die Forderun von jemandem, der sich bei Sexualität staatlich einmischen will. Wie absurd ist das.
Wer jetzt sagt, ach die dummen Amerikaner haben es nicht besser verdient, sollte lieber nicht lachen.
Ein Christian Lindner verurteilt Subventionen für erneuerbare Energien und Klimaschutz. Gleichzeitig verteigt er die Dieselsubventionen als klimaschutzfördernd. Die Bundesregierung ist der Meinung es gibt keine Armut und die Tafeln repräsentieren nur den Nahrungsüberschuss in Deutschland, der dort verteilt wird. Beim Breitbandausbau sind werden wir Überholen ohne Einzuholen, wenn man der Bundesregierung glaubt (ich denke es wird in 50 Jahren soweit sein).
D.h. unsere medial wahrgenommen Eliten sind widersprüchlich und ohne jede Empathie. Warum sollten wir diesen Personen folgen? Wenn ich den Regierungssprecher höre, wird mir bei der Verdrehung der Worte regelmäßig schlecht. Da mag an der Menge Öl liegen die er verwendet, um jegliche Kontraargumente abgleiten zu lassen.
Die Behauptung das Volk sei zu dumm, ist nicht haltbar. Man merkt sehr wohl, wenn man verarscht wird. 

Chris

Privat ist besser?

Am Wochenende habe ich einen Beitrag über die Flixbahn gelesen. Dort wird dann auch gleich von einem Ökonomen behauptet, dass mehr Privatbahnen besser für den Kunden wären. Der Kommentar bezog sich im wesentlichen auch den Fernverkehr, der von der DB dominiert wird. Meine Erfahrung zeigen da in eine andere Richtung. Die Privatbahnen sind nicht wirklich besser und warten beispielsweise nicht auf leicht verspätete Züge. Der Anschluss wird dann also verpasst. Auch stelle ich mir die ganzheitliche Fahrplanplanung schwierig vor. Auch das Vorhalten von Ersatzzügen und Ersatzpersonal ist bei der Bahn schon schwierig. Bei kleineren Anbietern wird es ein echtes Problem. D.h. betrachtet man das gesamte Bild ist die Behauptung der Ökonomen schwer haltbar.
Ich wäre im Übrigen mal für eine Privatisierung der Ökonomieprofessuren. Sollen sich die abstrusen Ideen mal dem Wettbewerb stellen. Die Bewertung von Forschungsgeldern sollte durch logisch denkende Personen außerhalb der eigenen sozialwissenschaftlichen Zunft durchgeführt werden. Diese verstehen vielleicht die Fragestellung nicht vollständig. Die Widersprüche erkennt jeder Wissenschaftler aber sofort.

Chris

Mittwoch, 7. März 2018

Für „angemessen und plausibel“ hält dagegen der Arbeitsmarktexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Holger Schäfer

Wer ist dieser Holger Schäfer? Er ist Experte und kann daher Unsinn verbrieten

Bei einer deutlichen Anhebung der Grundsicherung würden viele Erwerbstätige erstmals unter die Bedürftigkeitsschwelle fallen und hätten somit Anspruch auf staatliche Transfers. „Der Kreis derjenigen, die abhängig von staatlichen Transfers werden, würde somit größer“, sagt der IW-Experte.
Diese Aussage mag stimmen, ist aber irrelevant. Nach der Logik können wir das Problem der Grundsicherungsempfänger dadurch lösen, dass wir jegliche Grundsicherung abschaffen. Denn dann, so die Logik des Experten, sinkt die Zahl der von staatlichen Transfers abhängigen Menschen. Das ist doch wünschenswert. Er behauptet einfach, dass die Leistungen komplett ausreichen, kann aber nicht erklären, warum die Zahl der Tafeln in den letzten 20 Jahren dramatisch gestiegen sind. Wenn die Leistungen reichen, brauche ich keine Tafel. 
Weiter geht es mit folgenden Aussagen 

Immer mehr Menschen würden zu sogenannten Aufstockern. Schäfer prophezeit, dass eine stark steigende Anzahl von Grundsicherungsempfängern dann erneut eine Sozialdebatte auslösen würde. 

Immer mehr Menschen würden zu Aufstockern. Warum eigentlich? Warum nicht einfach die Löhne erhöhen? Niemand zwingt beispielsweise den Staat seine Leistungen an Billigunternehmen auszulagern. Der Staat könnte höhere Löhne zahlen und mehr Menschen einstellen. Kein Gesetz müsste geändert werden. Aufstocker könnten direkt in den Staatsdienst eingegliedert werden. Das sind Ideen die dem Experten nicht kommen. Auch das absurde System der Aufstocker ist nicht naturgegeben, sondern eine politische Entscheidung. Es gibt also wenig Argumente, gegen eine Erhöhung der Sozialleistungen.
Darum muss der Experte auch solchen Blödsinn raushauen.

Eine Erhöhung der Grundsicherung hemme dagegen den Anreiz, einen Job anzunehmen, warnt Schäfer. 

Wo sind die Belege? Warum arbeiten Superreiche?  So einfach ist die Welt der Experten. Was passieren würde, ist, dass die Menschen sich Arbeit suchen die nicht ausbeuterisch ist. Das ist doch wünschenswert, oder nicht? Denn kausal ist die Behauptung bei weitem nicht.

Chris

Freitag, 2. März 2018

Neoliberaler Schwachsinn

Mal wieder einer dieser Kommentare
Vom ersten Tag an haben vorübergehend entsandte Arbeiter künftig Anspruch auf denselben Lohn wie einheimische Arbeiter. Die EU-Kommission verkauft das als Schritt in ein soziales Europa. Das Gegenteil ist der Fall.
Wenn man einen solchen Kommentar tätigt sollte man sich Gedanken machen ob er standhält. Die Behauptung des Autors ist, dass die Verpflichtung, dass die Löhne des Landes in dem man arbeitet gezahlt werden, unsozial sei.
Der Grund

Vom ersten Tag an haben vorübergehend entsandte Arbeiter künftig Anspruch auf denselben Lohn wie einheimische Arbeiter.

und ab hier wird es merkwürdig.

Das Gegenteil ist der Fall. Wenn osteuropäische Betriebe den von ihnen entsandten Arbeitern westeuropäische Löhne zahlen müssen, verlieren sie einen wichtigen Wettbewerbsvorteil. In vielen Fällen erhalten die Arbeiter dann keine westeuropäischen Löhne, sondern gar keinen Lohn mehr.

Das wird als gegeben angesehen. Warum eigentlich? Alle Arbeiten die in osteuropäische Betriebestattfinden, können und werden dort stattfinden. So wird weiterhin die Wäsche aus deutschen Krankenhäusern in Polen gewaschen werden. Entsenden heißt erst einmal nur, dass die Personen die aus dem Ausland in Deutschland arbeiten, mindestens den Mindestlohn erhalten müssen. Das ist in den Augen des Autors unsozial, weil die Menschen dann eventuell hier nicht ausgebeutet werden können. Das diese Menschen in Deutschland zu dem Zeitpunkt leben und eben auch die Lebenshaltungskosten haben ist egal. Das es Menschen gibt, die in Transportern leben, weil die Löhne von den Postdienstleistern so niedrig ist, ist sozial in Augen des Autors. Der letzte Punkt zeigt, den Widerspruch in den sich der Autor verstrickt.

„Sozial“ ist das nur für die Hochlohn-Arbeiter im Westen. Das ist kein Schritt in ein soziales Europa, sondern purer Protektionismus.

D.h. für den Autor ist es sozial, wenn Menschen aus dem Hochlohnland Deutschland schlechter bezahlt werden. Unsozial ist es, wenn man fordert, dass ein entsendendes Unternehmen sich an die Regeln im jeweiligen Land hält.
Wenn sich der Autor am Protektionismus stört, warum berichtet er nicht davon, dass seine Verleger bald weniger in die Rentenkassen zahlen müssen? Das wäre doch mal was. Arme Menschen müssen sich an den Liberalismus halten. Eliten nicht...

Chris