Freitag, 12. Mai 2017

Neuer INSM Vorstoß gegen die gesetzliche Rente

Wer will Populismus sehen, der soll zur INSM gehen. Wie baue ich mir ein alarmistisches populistisches Weltbild? Ich lasse wesentliche Fakten weg.

1. Fakt
Produktivität. Wie ist die Entwicklung? Wie war die Entwicklung? Wie kompensiert diese Entwicklung den Wegfall der Erwerbstätigen?

2. Fakt
1993 37 Millionen Erwerbstätige --> 57000 Millionen Stunden wurden gearbeitet
1540h pro Erwerbstätigen
2013 41 Millionen Erwerbstätige --> 58000 Millionen Stunden wurden gearbeitet
1414h pro Erwerbstätigen

http://doku.iab.de/grauepap/2005/tab-az2004.pdf
http://doku.iab.de/grauepap/2014/tab-az13.pdf

Entwicklung der Rentnerquote 1/2,7 (1992) und 1/2,1 (2015) https://www.demografie-portal.de/SharedDocs/Informieren/DE/ZahlenFakten/Beitragszahler_Altersrentner.html

Weniger Menschen müssen mehr Rentner versorgen und die Durchschnittsarbeitszeit sinkt dabei. Vorschlag der INSM, wir müssen die Arbeitszeit verlängern?!

3. Fakt
Ein Erwerbstätiger finanziert nicht nur Rentner. Er finanziert auch alle Nichterwerbstätigen (Kinder, Arbeitslose, Kranke, usw.)
Was ändert sich, wenn Arbeitslose zu Rentnern werden? Die Belastung von
der Arbeitslosenversicherung verlagert sich in die Rente.

4. Fakt
Aussagen über das Jahr 2060 sind nicht möglich. 1980 hätte man die Wiedervereinigung nicht betrachtet. 1910 hätte man 2 Weltkriege und Pillenknick ignoriert.

Fazit
Jeder der diesen Quatsch unterzeichnet schadet sich selbst. Die obigen Aussagen halten keinerlei Fakten stand. Das es der deutschen Rente schlecht geht ist kein demographisches Problem, sondern ein rein politisches. In Österreich sind die gesetzlichen Renten deutlich höher, bei niedrigeren Kosten. Man musste in Deutschland halt die privaten Rentenversicherungen subventionieren.

Die Verlängerung des Eintrittsalters geht wieder in diese Richtung. Erst wird die gesetzliche Rente unattraktiv gemacht, dann schlägt man die private vor. Diese Vorschläge kommen von markttreuen unkündbaren Beamten, welche am Ende eine professorale Pension bekommen, welche es nicht betrifft.

Chris

Arbeitsplätze sind das falsche Ziel

Im Wahlkampf wird über Arbeit, Arbeitsplätze, Arbeitslosigkeit, usw. debattiert. Es geht vereinfacht darum, Arbeit zu schaffen. Der Witz ist, es ist genug Arbeit da. Jeder der eine Familie hat, kann sich nicht über einen Mangel an Arbeit beschweren. Daher ist das Ziel vollkommen verfehlt. Das Ziel muss die Schaffung von Einkommen sein. Menschen brauchen ein Einkommen, um zu leben. Das können sie über Erwerbstätigkeit generieren, aber auch Transferleistungen wie Sozialleistungen oder Zinsen. Politisches Ziel sollte es daher sein, eben diese Einkommen auf ein hohes Niveau für jede Person in diesem Land zu heben.
Der Fokus auf den Arbeitsplatz verdeckt genau diese Sicht. Wenn dann jemand in Arbeit ist, dann kann man eine Statistik feiern und im Nachgang ganz Kleinlaut wird die Bezahlung kritisiert. Da sind aber schon alle von der Party verschwunden. Wenn man die Einkommen ins Zentrum stellt, dann ist Arbeit auf einmal nur noch ein Mittel zum Zweck. Es gäbe eine Einkommenspolitik und keine Arbeitsmarktpolitik. Ziel ist ein lebenswerteres Leben und nicht Arbeit damit man arbeitet.

Chris

Montag, 8. Mai 2017

Trickle Down mal anders

Es ist nicht unwahrscheinlich, daß ein Anstieg der Körperschaftsteuer um einen Euro am Ende die Arbeitseinkommen um 50 Cent drückt. Und dies ist eine moderate Schätzung, in manchen Studien finden sich auch drastisch höhere Verteilungseffekte zu Lasten der Arbeitseinkommen.
 
Heißt übersetzt, dass man die Körperschaftsteuer nicht anfassen darf, weil sonst die Löhne sinken. Ich bin bei solchen Aussagen mehr als skeptisch.Vor allem ist es logisch widersprüchlich, wenn man sich die Motivation von Unternehmen anschaut. Körperschaftssteuer wird auf den Gewinn gezahlt. Erhöhe ich die Steuer sinkt der Gewinn. Nun soll das Unternehmen weniger Lohn zahlen, bzw. Leute entlassen. Hier fängt in meinen Augen der Widerspruch an. Unternehmen wären auch schon vorher in der Lage eben dieses zu tun. Dann wären die Gewinne noch höher. Warum sorgt also die Steuer dafür, die Löhne zu senken? 
Das man so etwas messen kann, bezweifle ich nicht. Nur ist die Frage, ob eine Steuererhöhung direkt zu einer Lohnsenkung führt, oder ob Sekundäreffekte und/oder kurzfristige Erwartungen diesen Effekt herbeiführen. Mir ist zumindest die obere Aussage zu einfach. Der Umkehrschluss wäre, dass eine Senkung der Steuer zu mehr Arbeit, höheren Investitionen und / oder höheren Löhnen führt. Dem ist nicht so, wie man am Beispiel Deutschland sehen kann.

Chris