Montag, 18. Dezember 2017

Liberale Trauerspiele

Wenn Liberale gegen Armut diskutieren wird es merkwürdig.

Mit anderen Worten, die ärmsten 20 Prozent in Hongkong gehören immer noch zu den reichsten 20 Prozent aller Menschen weltweit.
Der Autor hat das Prinzip der relativen Armut nicht begriffen. Honkong ist eine der teuersten Städte der Welt. Schön für die Armen, dass sie zu den Reichsten der Welt gehören. Wenn sie die Mieten nicht bezahlen können, dann leben sie trotzdem auf der Straße. Auch der restliche Beitrag zeigt die verquere Gedankenwelt

Eine Wirtschaft, in der jemand unterhalb der Armutsgrenze im weltweiten
Vergleich eher als reich gilt, kann nicht ganz schlecht sein.

Doch kann sie. Die Frage ist was man als schlecht bezeichnet. Wenn Menschen keine Gesundheitsversorgung haben, keine Wohnung, starker Umweltverschmutzung ausgesetzt werden, eine kurze Lebenserwartung daraus resultierend haben, dann ist das nicht gut. Wenn das die Resultate relativer Armut und hoher Ungleichheit sind (und das lässt sich eben Messen), dann kann man das nicht "humorvoll" als Quatsch abtun.
Interessanterweise kann man das Ganze eben auch umdrehen. Die Unternehmen in Deutschland machen hohe Gewinne im Vergleich zu den ärmsten Ländern der Welt. Daher kann eine Wirtschaft, wo Unternehmen mehr Gewinne machen als in armen Ländern doch nicht schlecht sein. Die gedrehte Argumentation zeigt, dass sie genauso greift, um Regulierung, illiberale Gesetze, Unterdrückung, etc. zu rechtfertigen. Wie man es eben braucht.

Chris

Freitag, 15. Dezember 2017

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Der Markt wird es schon regeln

Ein interessanter Beitrag der leider verkennt, dass die Kostensteigerung nicht wegen fehlendem Wettbewerb, sondern durch den Versuch diesen einzuführen erreicht worden sind.

Mal ein Beispiel aus der Realität. Operationen bringen viel Geld ein. D.h. im Zweifel wird operiert. Warum? Weil Krankenhäuser wie Unternehmen geführt werden und Gewinn machen müssen.
Pflege hingegen wird schlecht bezahlt. D.h. die Pflege ist nachweislich unterfinanziert und die Liegezeiten sinken. Die Optimierung auf die Fallpauschalen sorgt genau dafür.

Krankenkassen sind ein weiteres Beispiel. Um mehr Mitglieder zu gewinnen, wird Homoöpathie  bezahlt. Nachweislich hat diese Methode keinerlei Wirkung.
Das sind nur zwei Auswüchse.

Wie kommt der Autor dennoch auf die Annahme das es so etwas wie Wettbewerb und einen Markt im Gesundheitswesen geben könnte? Nun die Grundannahmen die er trifft sind schlicht falsch. Er setzt implizit voraus, dass es Ja/Nein Entscheidungen geben kann. Das ist nicht der Fall. Ein kaputtes Knie kann man operieren, man kann Schonung verschreiben oder Physiotherapie. Alles kann man gut verargumentieren. Weder Arzt (und das ist wichtig) noch Patient wissen was das beste ist. Wie soll man sich dann bitte rational entscheiden?
Das geht nicht. Wenn es keine objektiv rationalen Entscheidungen geben kann, man gleichzeitig ein massives Informationsungleichgewicht zwischen Patient und Arzt hat, wie soll ein Markt dann funktionieren? Was passieren wird und was passiert, ist eine Optimierung auf Gewinn der beteiligten Institutionen.
Es ist bezeichnend, dass die besten Gesundheitssysteme der Welt staatlich finanziert sind.
Eine objektive Analyse sollte solche Ansätze in meinen Augen darstellen. Leider sehe ich eine solche Analyse sehr selten von Ökonomen. Sie sind lieber in ihrem Dogma gefangen ( das gilt besonders für die Neoklassiker).

Chris

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Es geht um die niedrigen und mittleren Einkommen

So lautet es immer und immer wieder. Auch die FPD ist da ganz vorne mit dabei. Schaut man sich das Ganze dann mal an, dann steht bei den verschiedenen Entlastungsvorschlägen ziemlich oft eine Null bei den unteren 30%. Selbst diese Null ist warhscheinlich nur die halbe Wahrheit. Steuersenkungen führen nämlich automatisch dazu, dass man wieder einmal vortrefflich sagen kann, es sei kein Geld da. Dann schafft man mal eben alle möglichen Zuschüsse für niedrige Einkommen ab und schon steht eigentlich dort ein Minus.

Chris

Montag, 11. Dezember 2017

Oswald Metzgers Kampf für die Gerechtigkeit

Oswald Metzger argumentiert im Rahmen der Diskussion zur Abschaffung des Solidaritätsbeitrags mit Gerechtigkeit. Sehr amüsant. Er möchte diejenigen entlasten, die vorher belastet worden sind. Das kann man gerne so sehen und es ist ein Standpunkt. Allerdings sollte sich niemand hinstellen uns behaupten, man entlastet damit niedrige Einkommen. Das wird/wurde von der FDP behauptet. Das ist eben eine Lüge. Herr Metzger schreibt es so wie es ist. Die Abschaffung des Soli entlastet die hohen Einkommen. Das kann man gut finden oder auch nicht, aber es ist wenigstens ehrlich.
Er zeigt damit deutlich worum es eigentlich geht, wenn viele der Verteidiger der Freiheit über eben jene schreiben. Es geht um die Verteidigung des Reichtums. Dieser füttert seine Verteidiger so vortrefflich, dass sie nicht merken wie sie zur Schlachtbank geführt werden.
 
Chris

Freitag, 8. Dezember 2017

Weltfremde Analyse

Wer eine weltfremde und absurde Analyse und einen daraus resultierenden Vorschlag lesen will, dann bitte hier klicken.
Die Ausgangslage ist, dass es anerkannte Flüchtlinge gibt, welche keinen Wohnraum finden. Daher ist der Vorschlag des Autors den Wohnungsmarkt freizugeben. Denn in Großstädten gibt es keinen bezahlbaren Wohnraum, in der "Provinz" aber schon. Soweit so nachvollziehbar. Allerdings zeigt sich schon bei Nichtflüchtlingen, dass das komischerweise nicht funktioniert. Jeder Deutsche kann sich den billigen Wohnraum in Brandenburg fernab von Berlin gönnen. Warum machen das wenige? Nach liberaler pseudoökonomischer Logik müsste das so sein...
Was wird so ein Vorschlag also bewirken? Er wird nichts bewirken, bzw. zu Problemen führen. Jeder der arbeiten zieht in Regionen, wo er arbeiten kann. Die Gründe für die niedrigen Mieten liegen eben darin begründet, dass die Regionen typischerweise strukturschwach sind. Es gibt keine Arbeit. Warum sollte man dort hingehen, wenn man flexibel ist? Eine reine Marktlösung kann zu Ghettoisierung von Stadtteilen führen. Das sieht man auch ohne Flüchtlinge schon. Die Folge ist eine Ablehung der Bevölkerung gegen Ausländer. Eine breite Verteilung und Durchmischung ist nachweislich günstiger. Die Marktlöung, löst mal wieder nichts, da sie (oh Wunder) sehr wichtige Punkte ausblendet. Hätte und würde man in Deutschland den sozialen Wohnungsbau massiv fördern, dann hätte man die Probleme nicht. Aber das wäre sozial und langfristig gedacht. Das Geld dafür ist vorhanden. Die Vermietersubventionen in Form von Wohngeld sollten doch ausreichen.

Chris

Donnerstag, 30. November 2017

Es könnte so einfach sein

Der Beamtenbund ist gegen eine Bürgerversicherung. Sie bedeutet Veränderung und die ist per se schlecht. Dabei wäre es so einfach die gesetzlichen Krankenversicherungen zu stärken. Die Beihilfe für Beamte gilt komischerweise nur für die private Rente. Warum sollte nicht einfach der Arbeitgeberanteil ebenfalls übernommen werden. Dann hätte jeder Beamte die freie Wahl. Im Moment ist es viel zu teuer in die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln, obwohl es viele gerne tun würden.

Chris

Freitag, 24. November 2017

Gerechtigkeit

Der neueste Beitrag bei der INSM stellt das ganze Drama der neoliberalen Gedankenwelt sehr anschaulich dar. Wenn man sich fragt, wie man einem solch kruden ökonomsichen Modell anhängen kann, dann sollte man die Annahmen lesen die damit verbunden sind.
Das Problem der Gerechtigkeit existiert nicht. Denn

Der Haken an der Sache ist: Eine solche Tauschgerechtigkeit kann es gar nicht geben. Denn sie setzt voraus, dass Güter oder Leistungen einen objektiven Wert haben.

Nach dieser Logik dürfte sich kein neoliberaler Denker über den Mindestlohn beschweren. Wenn es keinen objektiven Wert gibt, wie will man definieren, welche Löhne zu hoch sind? Es geht nicht. Es ist eine soziale Entscheidung. Das diese Entscheidung unbedingt über eine Verhandlung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern stattfinden muss, steht überhaupt nicht fest. Alle Teilnehmer an einem Tarifvertrag wissen das.
Gerecht aus liberaler Sicht:

Dafür muss eine Bedingung erfüllt sein: der Tausch muss freiwillig  ablaufen. Denn wer würde schon freiwillig einem schlechten, unnützen oder gar schädlichen Tausch zustimmen? Sofern sich alle Beteiligten einig sind, dass sie einen Tausch in vereinbarter Weise durchführen möchten, ist er – Betrug und Zwang ausgeschlossen – gerecht.

Diese Aussage ist richtig und es wäre schön, wenn die Welt so wäre. Nur ist es für viele Menschen eben nicht  die Realität. Niemand der nicht reich ist, kann sich beliebig sein Einkommenserwerb aussuchen. Niemand kann bei medizinischen Entscheidungen frei wählen, da die Expertise fehlt. Bei Finanzentscheidungen wie bei der Rente, muss man sich auf das Gegenüber verlassen können. Oft werden schädliche oder unnütze Produkte verkauft. Das ist dann angeblich eine Konsumentenentscheidung. Wer eine schlechte bezahlte Arbeit hat, ist selbst Schuld. Er hätte ja alternativ Hungern können. Der Glaube an die Freiwilligkeit in vielen Situationen macht den Neoliberalismus so perfide. Er schiebt die Schuld auf die Opfer und gibt den Tätern den Ablass.

Zur Verteilungsgerechtigkeit wird dann noch Folgendes geschrieben

Allgemein bedeutet Verteilung das Ausgeben aus einem Vorrat, und gerecht ist es, wenn die, die den Vorrat geschaffen haben (kriminelle  Aktivitäten ausgeschlossen), über dessen Verwendung entscheiden dürfen.

Und auch hier ist die Vorraussetzung, dass Vermögen einfach da sind. Wer definiert denn was kriminell ist? Es ist die Gesellschaft. Sklaverei ist heute Kriminell. Vor einigen hundert Jahren war sie es nicht. Muss man den Erben jetzt das Geld abnehmen? Die Familie Quandt wäre da mal zu fragen.
Selbst wenn man davon ausgeht, dass jemand sein Vermögen durch Fleiß erlangt hat. Wieso ist es in diesem Sinne ungerecht, die Vererbung hoch zu besteuern? Nach der Definition kann der Erbe nicht entscheiden. 

Die paar Punkte sollen darstellen, dass die Grundannahme der neoliberalen Ideologie ist, dass Menschen immer frei entscheiden können. Äußere Zwänge die ausgenutzt werden oder Machtasymmetrien die ebenfalls ausgenutzt werden, gibt es nicht. Nimmt man diese Annahmen an, dann gibt es viele Probleme einfach nicht und sie sind von neidischen Gutmenschen herbeifantasiert, um den armen Reichen Geld wegzunehmen. 
Da diese Annahmen so fehlerhaft sind, kann die INSM Klientel auch keinerlei Lösung gegen den Populismus anbieten. Sie ignorieren die Probleme und postulieren sie seien nur gefühlt. Ihre Lösung werden Verbote und Zensur sein. Tendenzen dazu sieht man. 

Chris

Sonntag, 19. November 2017

Klimaskeptiker

Hin und wieder stolpert man auf Kritiker des aktuellen Stand des Wissens, dass der Mensch wesentlich den aktuellen Klimawandel verursacht. Sie greifen sich selektiv Studien heraus und meinen damit eine solide Kritik aufbauen zu können. 
Einfacher ist es, das Ganze mal auf Plausibilität zu prüfen. Die Frage ist doch, wer etwas dabei gewinnt, wenn es so etwas wie den menschenverursachten Klimawandel gäbe (Fall I). Die andere Frage ist, wer gewinnt etwas, wenn man den menschenverursachten Klimawandel leugnet (Fall II).

Nehmen wir uns einfach ein paar Akteure heraus, um Fall I und Fall II durchzuspielen.
Staaten
Staaten gewinnen eigentlich nichts durch die CO2 Regulierung und ihre Zusagen zum Umweltschutz. Es schadet eher. Konsequenzen bei der Nichterfüllung der verhandelten Ziele gibt es nicht. Wenn Staatslenker dennoch solche Ziele vereinbaren und wenigstens halbwegs versuchen sie zu erfüllen, muss das Ganze plausibel sein. Verschiedenste Regierungssysteme von sehr liberal bis illiberal spielen mit und sind sich einige, dass etwas getan werden muss. Warum diese Einigkeit, wenn es doch laut der genannten Kritiker substanzielle Schwächen an den Behauptungen der Mensch habe massiven Einfluss auf das Klima, nichts dran ist?
Die These, dass der Staat gegen die Wirtschaft arbeitet, ist in pseudoliberalen Kreisen zwar verbreitet. Die These lässt sich aber nicht halten. Das sieht man aktuell bei VW. Es gibt also kein Argument, außer alle Politiker sind blöd, das Fall II stützt.

Fall I - Fall II (1:0)

Unternehmen
Einige Unternehmen profitieren von Fall I. Allerdings sind diese Konzerne deutlich kleiner als die etablierten Energieriesen. Vor allem am Anfang der Energiewende und der Klimagespräche hatten diese Unternehmen sicher keine riesigen Geldsummen zur Verfügung, um irgendjemanden zu beeinflussen. Jetzt haben sie natürlich Interesse daran, dass es mit der CO2 Reduktion vorangeht.

Bei der Gegenseite sieht es genauso aus. Die großen Öl- und Kohlekonzerne leugnen den Klimawandel. Sie haben und hatten viel Geld für Lobbyorganisationen. Das Cato Insitut sei genannt (darüber stolperte ich als pseudoseriöse Quelle). Diese Konzerne haben viel zu verlieren. Trotz starken Lobbyismus wurden die CO2 Ziele durchgesetzt.

Es gibt also Argumente, dass es Unternehmen gibt die profitieren und verlieren, wenn man die Klimapolitik fortsetzt. Allerdings sind die Verlustängste der Großkonzerne deutlich größer.

Fall I - Fall II (2:1)

Wissenschaft
Oft ließt man von Kritikern, dass die Wissenschaft massiv profitiert. Das ist Blödsinn. Was bekommen denn die Forscher. Sie schreiben Berichte und betreiben Forschung. Das Gesamtbudget für Klimaforschung ist im Vergleich zu einem BP Gewinn gering. Die technischen Geräte zu Beforschung des Klimas würde es auch ohne den Klimawandel geben. Die Fragestellungen wären andere. Faktisch alle Forscher sind sich einige. Kaum jemand widerspricht, weltweit. Warum? Mehr Aufsehen und Zitationen bekommt man für neue Ideen und Kritik an Theorien. Vor allem, wenn man diese Kritik fundiert belegen kann. Trotzdem rennen alle im Gleichschritt? Das ist unplausibel.

Fall I - Fall II (3:1)

Diese Kurzanalyse soll darstellen, dass es eigentlich keine Argumente gegen den Klimawandel zu geben scheint. Für mich erschließt sich nicht, warum alle Länder und Menschen die in der Regel zutiefst egoistisch handeln, auf einmal gegen den Konsumenten und die Unternehmen agieren sollten.
Beim Export von Waffen sind die Folgen viel klarer und nichts passiert. Die Schäden an Unternehmen wäre viel geringer als bei der Klimapolitik. Diese simple Frage kann kein Klimaskeptiker beantworten. Das müsste er aber tun, um eben nicht als Verschwörungstheoretiker durchzugehen. Nach einer simplen Plausibilitätsanalyse kann man eigentlich nur zum Schluss kommen, dass nach aktuellen Stand der Forschung der Mensch massiven Einfluss auf das Klima nimmt.

Chris

Dienstag, 14. November 2017

Wie zerstöre ich ein Sozialsystem?

Wenn man ein Sozialsystem zerstören will, muss man dafür sorgen, dass die Menschen im Land diese Zerstörung als Innovativ, oder wenigstens notwendig sehen. Wie kriegt man das hin? Zum Einen sagt man, es gibt kein Geld. Wenn es dann doch mal Geld gibt, verweist man auf die hohe Steuerlast und fordert Steuersenkungen. Aktuell kann man das bei den Koalitionsverhandlungen sehr gut beobachten.
Das alleine reicht allerdings nicht. Man untermauert das Ganze mit Scheinproblemen. Demographie ist ein solches Problem. Die Gesellschaft altert und die Jungen können das alles nicht mehr bezahlen. Man transformiert die Diskussionen über eine Verteilung von Ressourcen (Ökonomie) in eine rein ideologische Altersdiskussion. Wenn man jetzt noch Pseudowissenschaften mit ins Spiel bringt und in Form von Raffelhüschenprofessuren verbreitet, ist man auf einem guten Weg.
Wenn dann doch mal nachgehakt wird, gibt es ja noch die Globalisierung und Digitalisierung. Die Globalisierung ist dabei besonders interessant. Es wird so getan, als sei sie vom Himmel gefallen. Dabei wurden die Verträge von eben jenen Politikern unterschrieben, welche sie beklagen. Die Digitalisierung ist existent. Aber nur weil irgendwo ein Computer verwendet wird, gibt es nicht den Zwang Menschen auszubeuten oder Sozialsysteme abzubauen. Diese Floskelworte suggerieren Scheinzwänge.
Um das Ganze langfristig abzusichern, baut man dann ins Grundgesetz ein, dass man eine Schuldenbremse braucht. Dabei muss man unbedingt untätig bei der Bestimmung der Staatsvermögen sein. Würde man dieses gegen die Schulden stellen, würde die Befürwortung zu Privatisierung und die Anti-Haltung bei Staatsschulden deutlich gedrückt sein.

Mit diesem Plan kann man Politik machen. Sie wird auch gemacht und funktioniert. Man schafft es die Massen erst einmal einzulullen. Wenn diese Masse dann langsam aufwacht und AfD oder Schlimmer wählt, wundert man sich. Schließlich war doch alles alternativlos.

Chris

Montag, 13. November 2017

Soziale Studien offenbaren Schwachstellen

Das ist der Aufhänger in der FAZ und ein Teil der Kommentatoren applaudieren dem Journalisten, welch grandiose Leistung er bei der Bestätigung der eignen Vorurteile erbracht hat. Der Tenor des Beitrags ist folgender "es gibt Abweichungen in verschiedenen Messmethodiken. Daher ist das Problem nicht existent und wird nur hochgeschrieben". Armut und soziale Probleme existieren nicht. Eine Spaltung der Gesellschaft somit auch nicht. Dazu werden einige Kurven dargestellt und die Unterschiede herausgearbeitet. Im Grunde ist der Beitrag sinnlos, da man die Studien selbst lesen müsste, um sich ein Bild machen zu können. Weder kennt man die Stichproben, noch die Befragung, noch das Ziel der Studien. Bleiben wir dennoch kurz dabei. In Bild 1 des Beitrags werden die dramatischen Unterschiede in den Studien zur Einkommensentwicklung dargestellt. Interessanterweise geht der Autor nicht darauf ein, dass die höchste Kurve ein Lohnwachstum von 1.13%/Jahr  vorraussetzt. Man kann ja mal kurz überlegen, ob die Inflationsrate im Zeitraum darüber oder darunter lag und wie es mit der Mietpreisentwicklung im Zeitraum aussah. D.h. im besten Fall ist die Einkommensverteilung schwach. Bei den anderen Kurven sieht es schlechter aus. 

Bei der Armutsgefährdung wird es nicht besser. Im besten Fall sind es über 14% in den verschiedenen Altersbereichen armutsgefährded. Auch hier sieht der Autor nicht das Problem, sondern nur den Unterschied zwischen den Studien. Für mich hingegen ist es eindeutig. Keine der Studien zeigt, dass die niedrigen Einkommen dramatisch zugenommen hätten. Eine Spaltung der Gesellschaft ist wahrscheinlich. Darauf geht der Autor im Übrigen nicht ein. Keine der dargestellten Studien zeigt, dass Armut kein Problem im Land wäre. Alle zeigen es eindeutig. Die Größe des Problems mag variieren. Die Existenz ist schwierig zu verleugnen.

Schön ist auch dieser Satz

Im Jahr 2014 hatte diese unterste Bevölkerungsschicht demnach 8,5 Prozent weniger als 1991. Dies überdeckt aber, dass die Ergebnisse für diese Gruppe 1994 auf einen Schlag um 10 Prozent abgesackt sind und sich seither auf dem verringerten Niveau bewegen. Der Bruch ist Niehues zufolge nur messtechnisch und nicht ökonomisch erklärbar. 
Ich bin kein Ökonom, kenne aber die Geschichte dieses Landes. 10% absacken kurz nachdem der gesamte Osten Deutschlands deindustrialisiert wurde. Könnte dort ein Zusammenhang bestehen?

Fazit
Die Kritik an ökonomischen Studien ist berechtigt. Man sollte dennoch vorsichtig sein bei solchen Ansalysen. Die gleichen Personen die vermeintlich kritisch mit Sozialstudien umgehen, zitieren Studien, welche in 60 Jahren die Rentenquote berechnen können. Ein wenig mehr Kritik wäre dort sicher angebracht. Indem man sich auf den Sozialbereich stürzt versucht man direkt die Argumente für eine Umverteilungspolitik zu verwässern. Löhne steigen schwach, die Exportüberschüsse sind viel zu hoch, die Finanzierung in vielen Bereichen des Staates reicht nicht aus, die Infrastruktur bröselt. Das alles ist existent. Aber uns geht es gut und laut Autor erkennt man das in den Studien, oder etwa doch nicht.

Chris

Mittwoch, 8. November 2017

Gedanken zur Freiheit

Staatsbürgerliche Freiheit ist solange eine Illusion, als sie nicht auch auf die wirtschaftlichen Grundfreiheiten der Freizügigkeit von Kapital und Arbeit, des Rechtes auf Privateigentum und auf Sicherung ehrlichen Gewinnes gegründet ist

Alfred Müller-Armack, 1901 - 1978, deutscher Nationalökonom, Kultursoziologe

Warum fokussieren sich Ökonomen immer so auf Gewinn, Geld und Wirtschaft, wenn es um Freiheit geht. Die Aussage lässt sich einfach widerlegen. Selbst wenn die genannten Freiheiten gelten, kann man unfrei sein. Das ist genau dann der Fall, wenn man kein Kapital hat. In einer kapitalistischen Gesellschaft, kann jeder theoretisch überall hinreisen. Allerdings benötigt er dafür Geld. Jeder kann überall wohnen. Dafür benötigt man ebenfalls Geld. Man kann theoretisch auch überall arbeiten und ein Unternehmen aufbauen. Dafür braucht man eine Nachfrage nach der Arbeit, bzw. wieder Geld.

Freiheit ist in einer kapitalistischen Gesellschaft im Grunde nur dann gegeben, wenn Geld keine Rolle spielt. Je ärmer man ist, desto unfreier wird man. Die Rahmenbedingungen und Gesetze sind egal. Das Ergebnis zählt. Wenn jemand nicht reisen kann, weil es ihm verboten ist oder weil er nicht das Geld hat, spielt im Ergebnis keine Rolle. Einmal sehen liberale Ökonomen die Unfreiheit der Gesellschaft, ein anderes Mal die Freiheit der Selbigen. 

Letztenendes hat beides die gleiche Ursache; eine Konzentration von Macht. Im einen Falle politisch staatlicher Macht. Im anderen Fall ist es soziale und ökonomische Macht. Aus beiden entsteht Unfreiheit, wenn sie zu konzentriert ist. Mich erstaunt, dass für liberale Ökonomen die wirtschaftliche Macht und die Ungleichheit einer Gesellschaft keine Rolle spielen. Dabei sind die Ergebnisse der Unterdrückung und Unfreiheit die Gleichen. Die Rechtfertigung wechselt vom staatlichen Druck hin zum Dogma der herbeifantasierten unsichtbaren Hand.

Chris

Mittwoch, 1. November 2017

Wen interessiert schon Kinderarmut?

Die ist doch eh nur relativ. Kein Kind muss hungern. Unser Problem ist die AfD im Bundestag. Ist es nicht schlimm, dass mindestens eine demokratische Partei neben DENEN sitzen muss. Wen interessiert da schon, dass Kinder keine teilhabe haben. Wenn die arm sind gehen die eh nicht wählen. Warum also die Mühe. Die sollen froh sein, dass sie nicht zerbombt werden. Das sind wirkliche und keine relativen Probleme. Probleme sind, dass beim Glühweintrinken ein Auto in mich fahren könnte. Am schlimmste wäre natürlich, wenn ein Islamist mich tötet. Sterben ja, aber bitte von einem besoffenen Deutschen. Kinderarmut ist also nur ein Scheinproblem. Angst haben beim Glühweintrinken, dass ist wichtig und die AfD...

Chris

Freitag, 27. Oktober 2017

Olaf Scholz kritisiert


bei der Analyse des historisch schwachen Bundestagswahlergebnisses von nur 20,5 Prozent auf intern immer wieder bemühte "Ausflüchte" zu verzichten.

 Das ist erst einmal richtig. Es gilt aber eben auch für ohn selbst. Zwar ist diese Aussage wahrscheinlich richtig. Er vergisst zu erwähnen, dass die SPD eben sehr wenige Anhänger übrig hat.

Weder fehlende Mobilisierung der eigenen Anhänger noch ein mangelnder Fokus auf soziale Gerechtigkeit tauge zur Erklärung, heißt es dort.


Diese Analyse kann ich dagegen nicht teilen. Scholz soll mir bitte zeigen wo der Wahlkampf in diesem Zeichen stand. Nur weil man eine Label draufschreibt ohne dieses mit Inhalten zu füllen, kommt nicht viel raus.

Schließlich habe der SPD-Wahlkampf "ganz im Zeichen der sozialen Gerechtigkeit" gestanden. Die Probleme der Partei seien "grundsätzlicher".   

Das Teilzeitbefristungsgesetz wurde zur Abschaffung im Sommer im deutschen Bundestag vorgelegt. Die SPD hat fast geschlossen dagegengestimmt.
Jetzt kommt das tragische daran. Im Wahlprogramm stand die Forderung eben dieses Gesetz abzuschaffen.
Hätte die SPD hier Kante gezeigt und dargestellt, wir haben aus unseren Fehlern gelernt und wollen etwas ändern. Hätte die SPD gezeigt, wir tun das obwohl wir damit die große Koalition kurz vor dem Ende beerdigen und die Regierungsverantwortung als Juniorpartner nach der Wahl risikieren. Hätte die SPD Profil gezeigt, wäre sie gewählt worden. Stattdessen bliebt die Partei blass wie ihre Funktionäre. Scholz Vorschlag Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaft zu verbinden, muss scheitern. Das probiert die SPD seit Jahren und es ist Blödsinn. Nicht alles was für die Wirtschaft gut ist, ist gut für die Menschen. Bevor eine SPD Führung so etwas nicht versteht, wird sie beim nächsten Mal unter 20% liegen.

Scholz ist wie Schulz und Nahles keine Lösung, sondern das Problem. Sie sehen vielleicht die Probleme, sind aber nicht mutig sie anzugehen. Sie haben Angst zu verlieren. Sie haben Angst in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Was die SPD braucht sind Leute mit Ideen, die Perspektiven verkaufen, diese massiv parallel zu den Mainstream Medien vertreten (damit sie nicht zerredet werden) und am Ende diese Ideen auch umsetzen. Klar muss es Kompromisse geben. Aber eben nicht jetzt oder im Wahlkampf.

Chris

Kriegsspiele


Die NATO spielt das gleiche Szenario unter gedrehten Vorzeichen an der russischen Grenze durch. Man kann das gerne provokant finden. Aber warum finden wir das provokant und gestehen es Russland nicht zu die NATO Manöver provokant zu finden?
Da gibt es auch nichts zu beschönigen. Wenn Militärverbände vor meiner Grenze trainieren, dann kann ich mir zumindest vorstellen, dass man sich Unwohl fühlen könnte. Dieses Könnte kommt in vielen Teilen der Presse nicht einmal vor. Dort ist man selbstverliebt auf der Seite der Guten, dass man nicht die Möglichkeit, dass andere uns nicht als die Guten ansehen könnte, in betracht zieht.
Ignoranz macht das Leben eben einfacher.

Chris

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Aus der Kommentarspalte

Huch, was ist da passiert. Die INSM muss einräumen, dass die Rente im Prinzip finanzierbar ist. Es ist eben nur eine Verteilungsdiskussion. 


Der Punkt der in der Rentendiskussion (in anderen Diskussionen über Finanzierbarkeit im Übrigen auch) immer falsch gemacht wird ist, zu behaupten etwas wäre nicht bezahlbar, weil es zu viele alte Menschen geben wird. 
Die Frage müsste immer lauten "Könnten wir es uns leisten?", um danach die Frage zu stellen "Wollen wir es uns leisten?". Stellt man die Frage bei der Rente oder dem Gesundheitssystem, dann ergibt sich als Antwort, dass wir  es uns leisten können. Die Diskussion verschiebt sich also zum Wollen und steht daher auf einer anderen Basis.
Die Kosten mögen dann hoch sein. Allerdings ist auch die Kostendiskussion real betrachtet absurd. Als Gesellschaft leisten wir uns über eine Millionen Millionäre und Milliardäre. Diese beziehen über Zinsen, Mieten und andere Formen von Kapitalerträge, Einkünfte die durch die Gesellschaft erwirtschaftet werden. Das ist für uns alle auch relativ teuer, wird aber selten thematisiert oder diskutiert.

Chris

Freitag, 13. Oktober 2017

Wer hätte das ahnen können?


Jahrelang wird Personal im öffentlichen Dienst abgebaut und dann jammert man, dass man keine Personal mehr hat, welches die Arbeiten durchführt. Die Forderung nach Personalreduktion kam auch von Wirtschaftsinsituten, da sie meinten der Staat sei ineffizient. Jetzt kommen eben jene Insitute und werfen dem Staat vor sein Personal abgebaut zu haben. Schon dumm, wenn man Konsquenzen nicht bedenkt.
War ja nicht abzusehen, dass man Personal für die Bearbeitung von Projekten braucht. Hauptsache die schwarze Null steht und wir belasten nicht die nächste Generation....

Es ist für mich erstaunlich wie sich die Wirtschaftsforscher hinstellen können, ohne ihre Aussagen und Foderungen der letzten Jahre überhaupt noch in Betracht ziehen zu können. Es scheint für sie nur das Jetzt zu geben und keine Geschichte die dahinter steht. Es sollte die schwarze Null geben. Es sollten dafür unbedingt Konsumausgaben des Staates wie Personal abgebaut werden. Es sollte unbedingt auf Landesbene eine Schuldenbremse installiert werden. Das alles wollte man so. Die Jammerei ist also scheinheilig. Jeder der bis drei zählen kann, hätte das vorhersehen können. Dazu braucht man keine komplizierten Modelle, sondern nur gesunden Menschenverstand.

Chris

Dienstag, 10. Oktober 2017

Verkehrsprobleme

Wie kann man das täglich Verkehrschaos in den Städten verringern? Man muss Autofahren unattraktiv machen und Alternativen attraktiv. Was passiert ist meist das genaue Gegenteil. So werden beispielsweise Parkplätze an Straßenrändern nicht zugunsten einer Busspur oder breiterer Fahrradwege rückgebaut. Die Fahrradwege sind fast immer zu schmal oder werden gleich auf die Straße gelegt. Auch wenn viele behaupten, man sähe die Fahrradfahrer besser, sind solche Radwege häufig sehr unangenehm zu befahren. Man wird viel zu dicht überholt oder von Autos kurz vor Kreuzzungen geschnitten. 
Mehrspurige Straßen werden nicht rückgebaut. Ein Problem wäre das nicht. Wieso nicht die Zweitspur für eine Bus- und Radspur nutzen? Für Autofahrer, so wird es gemeinhin behauptet, wäre das eine Einschränkung der Freiheit schnell ans Ziel zu kommen. Alle anderen bleiben auf der Strecke. Die Optimierung der Ampelsysteme auf Fußgänger, Busse und Fahrradfahrer wäre auch hilfreich. Langes stehen demotiviert. Klar stehen Autos dann länger rum. Aber dort sitzt man im warmen.
Wer jetzt sagt, dass alles sei unrealistisch und das ginge nicht, sollte mal nach Eindhoven fahren. Dort fahren Elektrobusse auf Mittelspuren. Die Ampel schalten für den Bus auf grün. Die Fahrradwege sind breit und die Straßen auf weniger Spuren für die Autos zurückgebaut. Machbar ist das. Man muss es nur wollen. In Deutschland passiert das nicht. Da werden Fahrradstraßen bei denen man nebeneinander fahren darf eingeführt. Trotzdem wird man weggehupt wenn man es tut. Es werden Radstädte ausgerufen und die Fahrradwege als letztes im Winter geräumt. Es werden Millionen in Straßensanierungen gesteckt, aber die Radwege sind schlecht. Dienstwagen werden subventioniert (je größer desto mehr), aber ein kostenlosen Nahverkehr gibt es nicht.
Wer die Umwelt schonen, die Verschmutzung, den Lärm und Verkehr reduzieren will, muss Autos aus den Städten verbannen. Das klingt drastisch. Vielleicht ist es das. Es war und ist ab den 60ern bis heute drastisch mitten durch Städte Autobahnen zu bauen. Darüber beschwert sich kaum jemand.

Chris 

Freitag, 6. Oktober 2017

Eine dumme Frage - Warum sind Wirtschaftsbosse oft Nachzügler bei Trends?

Diese Frage ist dumm, weil sie auf der Hand liegt. Jeder der sie stellt, versteht unser Wirtschaftssystem nicht im Ansatz. Sie glauben es zu verstehen und glauben, dass unser Wirtschaftssytem Innovation zum Ziel hat. Das ist aber komplett falsch. Unser Wirtschaftssystem hat Profit zum Ziel. Nichts weiter. Wenn Innovation zur Erreichung von Profiten hilfreich sind, dann werden sie getätigt. Wenn Investitionen hilfreich sind ebenso. Beides birgt ein Risiko und wird daher von den Wirtschaftsbossen gescheut. Es ist eben billiger ein paar Lobbyisten nach Berlin zu schicken und Umweltauflagen zu verwässern, anstatt etwas für die Umwelt zu tun.

Besonders dumm an dem Artikel ist zusätzlich, dass Elon Musk als der tolle Elektrofahrzeugproduzent dargestellt wird. Tesla macht faktisch keine Gewinne. Nur weil alle diese Sportwagen toll finden, heißt es nicht, dass die Produktion im Sinne einer kapitalistischen Verwertungslogik sinnvoll ist. Ein Wirtschaftsboss, der in ein Produkt investiert, welches sogar im höheren Preissegment Verluste macht, ist ein schlechter Wirtschaftsboss. Viele die das gemacht haben wurden müde belächelt. Musk kann sich gut verkaufen. Innovativ wäre er, wenn er Profite einfahren würde. Tut er aber nicht. Man muss also nicht jedem Trend blind nachlaufen und kann mal abwarten wie sich die Technik weiter entwickelt. Entwicklungen gibt es, nur eben keine Produkte.

Chris

Montag, 2. Oktober 2017

Ideologien zur Rente

Wenn man keine Ahnung hat sollte man schweigen. Vor allem dann, wenn man halbgare Sachen verbreitet. Einen Vorwurf kann man der Autorin eigentlich nicht machen. Schließlich argumentieren viele Ökonomen auf ähnlich niedrigem Niveau. Wir sollen doch bitte den Generationenvertrag aufkündigen und Geld in einen Staatsfond schieben. Die Rendite des Fonds bezahlt dann die Rente. Wenn man den Generationenvertrag aufkündigt, dann zahlen die Jungen keine Rentenbeiträge. Aber die Rendite wäre dann dieser Beitrag. Diese Rendite muss erwirtschaftet werden. D.h. die Kosten für die nächste Generation ist im besten Fall gleich hoch. 
Nehmen wir mal an, ein Fond wäre eine Möglichkeit. Dann müssten Billionen Euro investiert werden. Wohin? Keine Antwort. Das scheint auf magische Weise zu geschehen. Geld arbeitet nicht. Daher ist der Beitrag, der die Sorgen der jungen Journalistengeneration darzustellen scheint auch so besorgniserregend. Keine Recherche, keine Argumente, nur das kleine Norwegen macht das, also ist es gut. Machen wir es doch auch. Woher die Rendite kommt, warum nicht etwa die Löhne steigen sollten, oder man Steuern auf Kapital und Erbschaften zur Finanzierung heranziehen könnte, Fehlanzeige. Das wäre eine differenzierte Art der Analyse. Denn dann hätte die Autorin begriffen, dass es immer nur um eine Verteilungsfrage geht. Die ändert man nicht, indem man einen Staatsfond aufsetzt, sondern indem man Sozialpolitik betreibt.
Immerhin steht der Beitrag unter dem Label Meinung.

Chris

Donnerstag, 28. September 2017

Bildung, Bildung, Bildung

Immer wenn die Sozialpolitik dieses Landes versagt, wird nach Bildung gerufen. Bildung sei wichtig. Bildung verhindere Armut und bessere Bildung verspricht ein besseres Einkommen. Diese Aussagen sind Blödsinn. 
  1. Mit Bildung meint man immer Ausbildung. D.h. Bildung zur wirtschaftlichen Verwertung. Bildung im Sinne ich habe mich mit der kulturellen Entwicklung eines kleinen Stammes im Amazonas beschäftigt, bringt nichts.
  2. Die bestgebildesten Personen sind theoretisch an den Universitäten und diese werden mit Kurzzeitverträgen, Minimalbezahlung bei Maximalbelastung abgespeist. 
  3. Die heutige Generation ist besser gebildet als die Generationen in den 60ern. Die Löhne steigen trotzdem nicht massiv an. Ausbeutung und schlechtere Arbeitsverträge nehmen eher zu.
Davon abgesehen, können weder Mainstreamökonomen noch Politiker ein Interesse an gebildeten Personen haben. Gebildete Personen würden jegliche Förderung für die Mainstreamökonomik einstellen. Wozu braucht man Institutionen die Ideologien, unter der Behauptung wissenschaftlich zu arbeiten, verbreitet? Wer es nicht glaubt soll mal bitte die Herren Ökonomen fragen wie sie ihre Modelle validieren wollen, wenn sie keine Messdaten nutzen. Wie sollen ökonomische Modelle funktionieren, wenn so etwas alltägliches wie Geld und Macht in den Standardmodellen nicht vorkommt.
Nirgendwo gibt es den perfekten Markt und sein Gleichgewicht. Nicht einmal auf dem Kartoffelmarkt. Noch nie habe ich gesehen, dass ein Markt komplett geräumt ist. Das sollte doch so sein bei einer freien Preisbildung. Klar es ist nur ein Modell. Aber es ist nicht einmal bei den einfachsten Realbedingungen in der Lage Vorhersagen zu machen. Wozu braucht man es dann? 

Gebildete Menschen würde das fragen. Darum kann man sie auch nicht brauchen und fordert eigentlich ausgebildete Leute.

Chris

Montag, 25. September 2017

Kausalitätstausch

Das ist Wirtschaftsforschung. Da vertauscht man einfach mal Ursache und Wirkung. Die Ursache für niedrige Löhne ist daher die Niedrigzinspolitik der EZB. Sie ist verantwortlich dafür, dass die Löhne stagnieren und die Wirtschaft nicht so richtig vorankommt. Für die beiden "Forscher" ist die EZB Ursache und nicht Wirkung. Warum die EZB einfach mal die Zinsen senkt, wird nicht geklärt. Warum billige Zinsen nicht genutzt werden sollten, um Investitionen zu erhöhen, wird ebenfalls nicht befriedigend geklärt. Kostensenkungen in diesem Bereich sind scheinbar schädlich. Im Lohnbereich sind sie aber förderlich, obwohl beides Kosten sind. Nachfrageänderungen aufgrund hoher Löhne, bzw. das die Motivation für Investitionen aus hohen Lohnkosten generiert werden, existieren in diesem Gedankengebäude nicht. Die EZB ist Schuld. Wenn diese dann die Leitzinsen erhöht, wird sie wieder Schuld sein. Da die Ökonomie keine konsistenten und widerspruchsfreien Modelle hat, werden alle Maßnahmen schlecht sein, wenn sie nicht in die eigene Ideologie passen.

Chris

Mittwoch, 20. September 2017

Deutsche Unternehmen stört der teure Euro nicht

An dieser Aussage sind zwei Dinge wichtig, welche in dem Artikel hier zusammengefasst sind.
 
Der Euro hat gegenüber dem Dollar stark zugelegt, was theoretisch die Exporte Deutschlands belasten könnte. Eine Analyse der LBBW kommt jedoch zu einem anderen Schluss: Erstens gehen die meisten Ausfuhren Deutschlands ohnehin in den Euroraum, zweitens ist für viele Kunden deutscher Unternehmen der Anschaffungspreis gar nicht so wichtig: Sie schätzen an den deutschen Maschinen Langlebigkeit, einfache Wartung und Qualität.

Deutschland ist im Vergleich zu den anderen Euroländern immer noch unterbewertet, sprich zu billig. Darum exportieren wir auch die meisten Güter in die Eurozone. Nehmen wir an Punkt zwei würde wirklich gelten; der Preis spielt keine Rolle. In diesem Fall sind die Forderungen der Politik, Unternehmen und Ökonomen nach weiteren Strukturreformen, um den Wirtschaftsstandort zu stärken Quatsch. Diese Reformen sorgen nur dafür, dass man billiger produzieren kann. Sie sorgen nicht dafür, dass man bessere Qualität erreicht. Das gelingt nur, indem man die Leute besser bildet, sie länger im Beruf hält, usw.
Die Aussage widerspricht sich also mal wieder. Die Steigerung von Löhnen ist für viele Ökomomen der Weltuntergang. Jetzt kommt raus. Der Preis ist fast irrelevant, die Qualität ist wichtiger. Wenn diese Schlussfolgerung falsch ist und der Preis sehr wohl wichtig ist, dann sind wir innerhalb der Eurozone zu billig. Etwas, was die Mainstream Ökonomen ebenfalls leugnen. Die Realität ist schon interessant, da sie die Gedankengebäude der neoliberalen Ökonomen wieder und wieder einstürzen lässt.

Chris

Donnerstag, 14. September 2017

Mittwoch, 13. September 2017

Soviel zur Steuerentlastung der niedrigen Einkommen

Alle wollen sie die niedrigen und mittleren Einkommen entlasten. Hier kann man es mal nachrechnen. Die FDP und CDU schneiden besonders gut ab, wenn die Einkommen deutlich steigen. Die Linken entlasten wirklich. Medial kommt das nicht vor. Das ist nachvollziehbar, da die meisten Nachrichtensprecher Gutverdienser sind.

Chris

Und sie merken es nicht einmal

Das witzige am INSM Blog ist, dass sich Beiträge untereinander widersprechen und / oder sogar in sich widersprüchlich sind. Hier mal ein Beispiel. In einem Artikel wird folgende Aussage getroffen

Die Zinsen sind niedrig, weil die EZB den Sparanreiz vernichtet. Der Witz ist, dass ein niedriger Sparanreiz zu niedrigen Sparquoten führen würde. Wo das in Deutschland zu sehen ist, weiß ich nicht so recht. Zum anderen ist die Behauptung die EZB wäre Schuld falsch. Die Nachfrage nach Krediten ist niedrig. Daher sind die Forderungen des zweiten Beitrags auch widersprüchlich


Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit heißt im Endeffekt, dass die Löhne und Abgaben für Unternehmen sinken sollen. Dadurch sinkt die Motivation der Unternehmen Investitionen zu tätigen. Höhere Rendite durch politische Entscheidungen sind ein geringeres Risiko. Die Senkung der Schulden sorgt dabei parallel zu einer weiteren Senkung der Nachfrage nach Krediten. Dann kommt oben drauf, dass die private Vorsorge immer noch bei den neoliberalen Ökonomen hoch im Kurs steht. D.h. man hat ein hohes Angebot an Geld und kaum Nachfrage. 
Wenn man nun die einfachsten ökonomischen Prinzipien dieser Leute anwendet lautet die Schlussfolgerung, der Preis für das Geld (Zinsen) muss sinken. Die Schlussfolgerung eines Ideologen lautet, die EZB ist Schuld.

Wer sich fragt, wieso die Wirtschaftspolitik so komisch ist, muss sich klar machen, dass diese Leute die Spitze der ökonomischen Forschung und Beratung darstellen. Man könnte das amüsant finden, wenn sie nicht so viele Leben kaputt machen würden.

Chris

Montag, 11. September 2017

INSM Propaganda, mal wieder...

Ich frage mich immer wieder, warum sich Doktoren die irgendwann mal das wissenschaftliche Arbeiten nachgewiesen haben, solche Texte verfassen können. Diese Texte sind sachlich unsauber, nicht objektiv dargestellt und am Ende einfach nur Propaganda. Hier ein paar Beispiele
Deutschland braucht
"Strukturreformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit"
Der Außenhandelsübersschuss liegt bei 252 Milliarden Euro im Jahr 2016.
http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52842/aussenhandel
Mehr Wettbewerbsfähigkeit bedeutet, dass noch mehr Überschüsse generiert werden und sich das Ausland noch mehr bei uns verschuldet. Gleichzeitig fordern Politiker und Ökonomen, dass das Ausland die Schulden an uns zurückzahlt. Da die Bilanzen im Welthandel ein Nullsummenspiel sind, sind solche Forderungen quatsch. Wofür brauchen wir mehr Wettbewerbsfähigkeit, wenn wir solche Überschüsse haben?

"der Abbau der Staatsverschuldung"
Die nächste sinnlose Forderung. Die Unternehmen machen Gewinne und verschulden sich aktuell nicht. Die Haushalte verschulden sich auch nicht. Beides führt zu den niedrigen Zinsen, sprich einer geringen Nachfrage nach Krediten. Wenn der Staat jetzt seine Verschuldung versucht abzubauen, wer verschuldet sich dann? Die Antwort ist einfach. Das Ausland. Denn irgendwer muss sich verschulden. Am Ende, wenn die Eurozone wieder stärker wackelt und die Zinsen weiter niedrig sind, ist die EZB Schuld und nicht etwa solche Forderungen.

"eine Kopplung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an die fernere Lebenserwartung."
Woher kennen die Ökonomen denn bitte die Lebenserwartung? Vor allem an welche wollen sie den Renteneintritt koppeln? An die durchschnittliche Lebenserwartung oder vielleicht doch die Lebenserwartung von Berufsgruppen und/oder Einkommensklassen?
Ein reicher Deutscher lebt heute schon 10-20 Jahre länger als ein armer. Seine Rente ist auch teurer. D.h. schon wieder werden die Armen bestraft?

"Entgegen dem in der öffentlichen Diskussion vielfach vermittelten Eindruck ist die Ungleichheit der Nettoeinkommen seit 2005 weitgehend konstant geblieben."
Legt man andere Startjahre fest, dann ist diese Aussage falsch. Warum also 2005? Richtig, weil es in die Argumentationsstrategie passt. Das sieht man sehr schön hier in Abbildung 8

http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Ministerium/Geschaeftsbereich/Wissenschaftlicher_Beirat/Gutachten_und_Stellungnahmen/Ausgewaehlte_Texte/2017-02-28-einkommensungleichheit-und-soziale-mobilitaet-anlage.pdf?__blob=publicationFile&v=5

Das Bezugsjahr ist entscheidend. Im Jahr 2005 war ein Peak in der Gini Kurve. Startet man etwas früher oder später, dann stimmt die Aussage nicht mehr.


"So würde die Rückkehr zu einem Renteneintrittsalter von 65 Jahren dazu führen, dass der Beitragssatz von heute 18,7 Prozent bis 2080 auf ca. 25 Prozent steigt"
2080???
Wer schreibt so etwas als Argument hin? Wie groß ist die Streuung dieser Prognose? +-18 beim Beitragssatz. Allein wenn die Löhne um 0.5% stärker steigen oder die Geburtenrate um 0.1% verändert wird, bricht diese Aussage in sich zusammen. Wieviel Wert hätte eine Prognose 1900 gemacht?

Fazit
Man kann diese Forderungen gerne Aufstellen. Sie entsprechen der Politik der letzten 20 Jahre. Aber man sollte als Ökonom und Wissenschaftler eine messbare Zielgröße Aufstellen. Beispielsweise die Reduktion der Ungleichheit um 10%. Das wird bewusst nicht gemacht. Stattdessen werden Arbeitslosenzahlen herangezogen. Diese werden aber nicht bereinigt, um die Rentner, oder diejenige die aufgrund von Krankheit oder Maßnahmen der Arge nicht auftauchen.
Die Erwerbstätigen werden auch nicht in den Kontext der Wochenarbeitszeit gestellt. Es zeigt sich, dass im Durchschnitt in Frankreich mehr gearbeitet wird. Es ist halt nur anders verteilt. So etwas kann man feiern, aber wenn die Löhne niedrig bleiben ist es kein Erfolg.

Chris

In einem Land in dem wir gut und gerne leben

So steht es auf den CDU Plakaten. Diese Aussage suggeriert, dass diese Aussage für alle Menschen hier im Land gilt. Das ist natürlich Unsinn. Will man wissen wie gut es einem Land geht, so muss man meiner Meinung nach an die Ränder gehen. Man sollte sich die Schwächsten der Gesellschaft anschauen und wie sie behandelt werden. Dann bekommt man ein Bild. Hier mal einige Beispiele

Diese Menschen werden faktisch nicht angesprochen. Ich frage mich, ob sie es genauso sehen. Viel Spaß beim wählen.

Chris

Freitag, 1. September 2017

Investiert in Mistgabel


Nick Hanauer beschreibt es eigentlich ganz gut. Er vertritt nur sein Eigeninteresse. Er will nicht mit Mistgabeln aus seiner Villa gejagt werden. Er denkt den Schritt weiter, den andere Superreiche nicht denken können. Daran sieht man, dass die meisten Reichen eben nicht so clever sind wie sie glauben.

Chris

Donnerstag, 31. August 2017

Fragen die bezüglich der Rente nicht gestellt werden

Bei der INSM gibt es mal wieder einen Anlauf die Rente mit 70 schmackhaft zu machen. Dazu nimmt man eine Wissenschaftlerin die eine Analyse durchgeführt hat und sie stellt diese vor. Im Rahmen der Annahmen wird diese Analyse auch richtig sein. Allerdings sind diese Annahmen einseitig und blenden wesentliche Dinge aus.
Hier ein paar Beispiele
1. Geht ein Arbeitsloser in Rente, dann ändert sich die Art der Sozialbezüge, nicht aber das er welche bezieht. Volkswirtschaftlich ist das egal.
2. Wenn es weniger Kinder gibt, dann muss an der Stelle weniger gezahlt werden.
3. Wenn die Renten hoch sind, gibt es einen steigen Konsum der Alten, welcher die Arbeitsplätze der Jüngeren sichert.
4. Ein sinkendes Arbeitskräfteangebot lässt die Einkommen steigen + die Arbeitsplatzsicherheit (vielleicht daraus resultierend die Motivation Kinder zu bekommen).
5. Weniger Arbeitskräfte und daraus resultierend steigende Arbeitskosten lässt die Motivation der Unternehmen steigen, mehr in die Produktivität zu investieren.
6. Die seit 1990 nicht gestiegen Gesamtarbeitsstundenzahl in Deutschland. Es gibt mehr Rentener aber keine größere Nachfrage nach Arbeit. Das ist ein Widerspruch zur Prognose.

Es gibt noch viel mehr Punkte. Es wird immer wieder vergessen, dass die Rente wie alles im ökonomischen Leben eine Verteilungsfrage ist. Beispielsweise stellen andere leistungslose Einkommen, welche von den Erwerbstätigen erbracht werden müssen,  komischerweise kein Problem für die Ökonomen dar (Mieten, Unternehmensgewinne). Dabei sind hohe Mieten auch eine enorme Belastung und müssen erwirtschaftet werden. Hier reden wir von 20-40% des Nettoeinkommens eines Arbeitnehmers. 
Medial wahrgenommene Ökonomen und Politiker blenden diesen Fakt aus. Niemand fragt, ob es sinnvoll ist Superreiche zu alimentieren. Das tun wir alle jeden Tag, indem wir einen Teil des volkswirtschaftlichen Einkommens an diese Gruppe abführen. Das ist kein Naturgesetz, sondern einfach ein vertragsrechtliches Konstrukt, welches vom Staat garantiert wird. Die Belastung wird nicht bestimmt und interessiert auch nicht. Bei den Sozialleistungen sieht es anders aus. Würde man beides, die Rendite der Superreichen und die Sozialleistungen, als Verteilungsfrage diskutieren, wäre viel gewonnen. Dann stellt sich eben nicht mehr die Frage ob wir uns die Rente leisten können, sondern ob wir es wollen. Es stellt sich nicht mehr die Frage ob ein Erwerbstätiger einen Rentner durchfüttern sollte. Es stellt sich die Frage ob ein Erwerbstätiger, einen Rentner, ein viertel Kind, einen halben Arbeitslosen,  einen Superreichen, usw. durchfüttern soll. Das ist es was er / sie tut. Wenn man das offen legt, dann würde viele sagen, alt werde ich irgendwann mal. Das ich Superreich werde ist eher unwahrscheinlich. Man würde also eher eine gute Rente als eine gute Rendite fordern.
Die Schlacht auf irgendwelchen Nebenkriegsschauplätzen lenkt vom eigentlichen Problem ab. Daher wird die Rente mit 70 nichts lösen. Denn das Problem ist nicht das Alter, sondern die Verteilung des Wohlstands.

Chris

Spaß an Statistik

Wenn man seinen Glauben in der Gegenwart nicht wiederfindet, dann muss man in die Zukunft schauen. Wenn es also heutzutage keinen Fachkräftemangel gibt, man seine arbeitnehmerfeindliche Politik weiter verfolgen will, dann muss man auf potentiell fehlende Fachkräfte in der Zukunft verweisen. Tritt der Fall dann ein, dann hat die Politik zu wenig gemacht und kann dann doppelt und dreifach zuschlagen. Tritt der Fall nicht ein, dann kann man jubeln wie gut man war. Kriterien zur Bewertung der Prognosen gibt es nicht. Die Annahmen sind meist dürftig. Wie schlecht sich solche Sachen prognostizieren lassen, kann man einfach verdeutlichen. Es ist eine Prognose ins Jahr 2030. Hätte man 1995 eine solche Prognose gewagt, dann wäre der Flüchtlingszuzug weggefallen. Die Digitalisierung, der Einbruch der New Economy und eine Weltwirtschaftskrise wäre nicht dabei gewesen. Das heißt, die Schwankungsbreite der Vorhersage ist naturgemäß riesig.

Chris

Mittwoch, 30. August 2017

Gedanken zu Arbeitsmarktreformen

Wie kommt es eigentlich, dass diejenigen die am lautesten nach Reformen am Arbeitsmarkt rufen oder gerufen haben, leugnen, dass diese eine Wirkung haben? Wenn die Löhne in allen anderen entwickelten Ländern im Vergleich zu Deutschland gestiegen sind und der wesentliche Unterschied darin besteht, dass wir die Agenda Reformen durch geführt haben, wieso sollte sich das Ganze nicht umdrehen lassen? 
Plausible Argumente hierzu habe ich noch nicht gelesen. Es wird einfach behauptet es ginge nicht, weil "Wettbewerbsfähigkeit". Gleichzeitig behaupten diese Leute, dass die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands auf den tollen Produkten beruht und eben nicht auf den schwach gestiegene Löhnen. Ein plausbiles Argument, warum hohe Löhne der Wettbewerbsfähigkeit schaden, obwohl niedrige Löhne nicht der Grund für die deutsche Wettbewerbsfähigkeit ist, konnte mir auch noch niemand geben. Das ist insofern nachvollziehbar, da es sich widerspricht.
So lange die wesentlichen Verantwortlichen in der SPD und CDU diesen Dogmen hinterherjagen braucht man sich über die absurde Politik die betrieben wird nicht wundern. Sie argumentieren Zusammenhänge der Realität je nach Bedarf in vollkommen verschiedenen Modellen. Das wäre so, als ob die Physik einmal sagt ein Stein fällt nach unten aber wenn es mir passt dann auch nach oben...

Chris

Dienstag, 29. August 2017

132 Milliarden Euro


Das sind 132 Milliarden Euro mehr. Dieses Geld muss die Volkswirtschaft für 1000 Familien erwirtschaften und ihnen bereitstellen. Hartz 4 kostet nur 40 Milliarden Euro. Rechnet man das Wohngeld noch dazu wird man dennoch weit unter den 132 Milliarden Euro bleiben. D.h. es findet eine Umverteilung an die Spitze statt.
Auch diese Umverteilung ist staatlich legitimiert. Der Staat schützt die Verträge und das Eigentum. Über die Verträge und das Eigentum findet eine "freiwillige" Zahlung an die Reichen statt. Niemand findet es schlimm, wenn er Miete zahlt und jemand leistungslos davon lebt. Das wird nicht als Enteignung verstanden. Wenn der Staat Steuern nimmt und dann bestimmte Leistungen zurückzahlt, dann wird gejammert. Bei beidem hat man keine freie Wahl. Dennoch wird ein massiver Unterschied gemacht, obwohl es generisch gesehen sehr ähnlich bis gleich ist. Der wesentliche Unterschied ist nur die Sichtbarkeit.

Chris

Montag, 28. August 2017

Huch ein differenzierter Beitrag

Was ist da denn passiert? Wenn dann noch die Löhne mit einbezogen worden wären, dann hätten sich die Leser ein komplettes Bild machen können. So macht man Journalismus. Man stellt einfach mal die Positionen dar. Durch die unterschiedlichen Darstellungen wird sehr schnell klar, dass jeder, alles argumentieren kann. Selbst der eher neoliberale Spiegel muss zugeben, dass nicht alles so rosa ist, wie sie es selbst seit Jahren darstellen.

Chris

Wie wird man Milliardär?

Hier mal ein paar Milliardäre und Milliardärsfamilien. Es geht mir um die Neiddebatte. Eine, zugegeben, kurze Recherche zeigt was so alles in den Konzernen stattfindet, die einen Unternehmensgründer reich gemacht haben. Alle die geerbt haben starten soweit vorne, dass ich das nicht für eine besondere Leistung halte. Gerade bei den Familienunternehmen ist bezeichnend, dass diese eben nicht in Eigenleistung aufgebaut worden sind. Sie sind geerbt worden. Hier mal eine kurze Liste.

Familie Reiman - Erbschaft
Albrecht - Betriebsrat, Ausbeutung
Klatten - Erbschaft
Quandt - Zwangsarbeiter im Dritten Reich
Würth - Steuernhinterziehung, Erbe
Porsche - Erbschaft
Siemens - Erbschaft
Boehringer u.v. Baumbauch - Erbschaft
Merck - Erbschaft
Henkel- Erbschaft
Freudenberg - Erbschaft

Das Fazit lautet also wie folgt. Jegliche Neiddebatte ist berechtigt. Ich begründe auch warum. Offiziell sind wir in einer Leistungsgesellschaft. Derjenige mit der besten Leistung innerhalb des Systems soll den größten Reichtum haben. Daher würde ich Dieter Schwarz, die Aldi Brüder und Schaeffler fast noch als Systemkonform akzeptieren. Der Rest allerdings, hat keine Leistung erbracht. Diese Leute wurden beim 100m Lauf an die Ziellinie mit einem Auto gefahren und wurden über die Linie getragen. Danach feiern sie den fairen Wettbewerb und unterstellen ihren Kritikern, neidisch auf ihre Höchstleistung zu sein.
Die Höchstleistung besteht darin geboren worden zu sein. Und selbst das, inklusive der Zeugung, haben sie nicht selbst geschafft. Die Frage ist also, wieso die Gesellschaft diese Menschen, bei so wenig Eigenleitung, ein bedingungsloses Maximaleinkommen garantiert? Warum geben wir alle, direkt oder indirekt diesen Leuten wahnsinnig viel Geld? Wer es nicht glaubt, muss sich fragen woher die Einkommen dieser Menschen stammen. Sie sind volkswirtschaftlich erarbeitet. Landet dieses Einkommen bei Milliardären, dann fehlt es woanders. Folglich versorgen alle die Arbeiten die reichen Menschen. Gleichzeitig, und das ist das besonders perfide, sorgen diese Menschen über Stiftungen und Think Tanks dafür, dass diejenigen die ihnen die Ressourcen schenken, immer stärker ausgebeutet werden. Das nennen sie Leistungsgesellschaft und sonnen sich in ihrer Grandiosität.

Chris

Dienstag, 22. August 2017

Truppenaufstockung im sicheren Herkunftsland

Trump schickt seine Truppen wahrscheinlich nach Afghanistan. Warum eigentlich, wenn es laut unserer Bundesregierung ein sicheres Herkunftsland ist? 

Anmerkung: Ja ich verlinke eine Satireseite, weil das was unsere Regierung macht Satire ist. Es wäre ja lustig, wenn nicht Menschen sterben, bzw. leiden müssten.

Chris

Montag, 21. August 2017

Wohnraumsubventionen

Eine super Folge von Alternativlos. Der spannenste Punkt war, dass wir jedes Jahr die Vermieter mit mehreren 10 Milliarden Euro über das Wohngeld subventionieren. Von marktradikalen Parteien wie der FDP wird jegliche Einmischung in den Markt kritisiert. Hier ist sie still.

Chris

Sand wird knapp

Eine interessante Doku von Arte (hier, hier). Dieses Thema ist nirgendwo öffentlich verankert. Dabei sind die geschilderten Folgen mittelfristig relevant. Den Meeren wird sehr viel Sand entnommen. Neben dem Klimawandel führt das zur Zerstörung von Inseln und Küstengebieten. Menschen die dort leben, können nicht mehr Fischen (der Abbau zerstört die Lebensgrundlage der Fische), bzw. sie haben keinen Platz mehr an dem sie leben könnten. Wenn sie sich dann auf den Weg machen und bei uns landen, dann ist es wieder einmal nicht unsere Schuld. Dabei treibt die vermeintlich entwickelte Welt ein Wirtschaftssystem voran, welches unter dem Primat des angeblich unfehlbaren Marktes, diese Zustände erschafft. Das führt zu absurden Situationen, dass viele Häuser mit Sand gebaut werden, welche dann leer stehen, weil man auf Spekulationsgewinne hofft. Gleichzeitig leben die Menschen vor den Häusern in Slums. Niemand mit ein wenig Verstand kann erklären wo der Markt dort funktioniert. 
Selbst wenn man davon ausgehen würde, Märkte würden immer funktionieren, müssten die Kosten irgendwo existieren. Das tun sie nur bedingt. Wenn sie es tun, dann treffen die Kosten die Armen zuerst. Die Reichen merken es erst sehr viel später, sind aber die Treiber des Unsinns. 
Ohne ein Umdenken wird es also nicht gehen. Wie dieses Umdenken global geschehen soll, weiß ich nicht. Die nächsten Konflikte sind im Moment zumindest vorprogrammiert.

Chris

Freitag, 18. August 2017

New research shows that countries don't necessarily do best when they specialize in making a few things

Das ist eine Erkenntnis. Das die Spezialisierung auf wenige Güter für die Länder optimal ist, war immer schon fragwürdig. Nur diejenigen die blind an eine Verallgemeinerung von David Ricardos Vermutung glaubten sorgt diese Forschung für einen Aha Moment. Man hätte die Ricardo Annahme  nur gegen die Realität prüfen müssen. Das wurde viele Male gemacht und die Ergebnisse viele Male ignoriert. Daher wundert mich eigentlich nur, dass es jetzt ankommt. 
Die ach so weisen Ökonomen haben nicht bemerkt, dass Frankreich nicht nur Wein produziert und Deutschland nur Autos. Beide Länder produzieren beides.

Chris

Montag, 14. August 2017

Haltet den Dieb

Wie verdeckt man seine eigene Unfähigkeit? Man gibt einfach jemandem anderen die Schuld. Nicht die europäische Politik und deren mangelhafte Bereitschaft flüchtende Menschen zu unterstützen und vor dem Ertrinken zu retten ist Schuld. NEIN. Es sind die freiwilligen Helfer. Sie werden kriminalisiert, damit die meisten Menschen in ihrer Wohlstandblase fernab von jeglichem Leid leben können. Es sind die Menschen die sich Kinofilme wie Elysium an und finden es zutiefst ungerecht, dass die Reichen auf einer Raumstation leben. Sie ignorieren dabei, dass wir die Reichen sind und auf eben jener Raumstation leben. Der Friedensnobelpreisträger EU hat Blut an den Händen. Wieviel mehr Belege braucht es, dass wir in einem menschenverachtenden von menschengemachten System leben? Aber der Kapitalismus und alle seine Auswüchse die wir jetzt erleben ist angeblich das Beste was es gibt. Wer glaubt eigentlich wirklich noch daran?
Die Frage bleibt bestehen. Wer würde seinen eigenen Kindern ein solches krankes Weltbild mitgeben? Niemand postuliere ich. Wer sich fragt, wie die Nazis Auschwitz betreiben konnten und sich niemand erhob, hat hier eine Antwort.

Chris

Freitag, 11. August 2017

Gruselanalyse

Hier ist ein tolles Beispiel zu meinen Gedanken zur ökonomischen Lehre. Alexander Horn sieht die Probleme. Seine Schlussfolgerung sind aber im kompletten Widerspruch zur Realität. Das liegt daran, dass er seine Behauptungen nicht im Ansatz mit dieser abklärt. Er behauptet die Schuld an der niedrige Investionsquote liegt an den staatlichen Krisenprogrammen 2007-2008. Diese waren Konjunkturgetrieben und haben das schlimmste verhindert. Für ihn sind sie ursächlich. Nur sieht man in dieser Abbildung, dass der große Investitionsknick schon vorher passiert ist. Die Agenda Reform lässt grüßen. D.h. seine Aussage ist falsch. Auch sonst macht er es sich sehr einfach. Staat und Unternehmen hängen in seinem Weltbild halt nicht zusammen. Es sind zwei unabhängige Entitäten, die einander nur einseitig beeinflussen. Der Staat macht die bösen Gesetze und die Unternehmen leiden. Das die Unternehmen den Staat beeinflussen, Steuern zahlen, der Staat Aufträge vergibt, usw. Das wird komplett ausgeblendet. Das Unternehmen nur investieren, wenn die Kosten zu hoch sind und die Chance besteht irgendwann in naher Zukunft mehr zu verkaufen, dass stört nur. Nein die Nachfrage den Staates an Produkten der Unternehmen ist Schuld daran, dass diese Unternehmen leiden. Darauf muss man erst einmal kommen. Wer die Produkte kaufen soll wird nicht beantwortet. Das sich die Löhne in Deutschland schwach entwickelt haben in den letzten 15 Jahren ist egal. Das Deutschland ohne Produktivitätssteigerung massive Exportüberschüsse erreicht (Wozu also risikovoll investieren) ist egal. All diese Dinge werden ignoriert, weil ein magische Hand die Adam Smith nie so gedacht hatte wie sie heute missbraucht wird, alles regeln wird. Tut sie es nicht muss alleinig der Staat Schuld sein. Sonst müsste man ja seine Modelle und Analysen hinterfragen. Wer will das schon?

Chris

Homöopathieaussteigerin

Ein sehr schönes Interview mit der Homöopathieaussteigerin Natalie Grams. Ihre letzten Punkte sind besonders interessant. Homöopathen werfen der Pharmaindustrie vor, die Homöopathie zerstören zu wollen, damit sie mehr Geld verdienen. Ebene jene Pharmaindustrie verdient aber mit der Homöpathie soviel Geld, dass sie niemals ein Interesse daran hätte Aufklärung zu betreiben.

Ein weiterer Punkt ist, dass Homöpathie und andere pseudomedizinischen Methoden oft zu Impfgegnerschaft führen. Gerade die vermeintlich gebildeten Personen in unserer Gesellschaft wissen nicht mehr, wie schrecklich die geimpften Krankheiten sind. Daher ist Aufklärung enorm wichtig.

Die Kritik an der Homöopathie ist im Übrigen keine Meinung. Sie ist berechtigt. Es ist ja auch keine Meinung, dass ein Mensch auf der Erde ohne technische Hilfsmittel nicht fliegen kann. Auf Homöopathisch übersetzt würde die Antwort darauf lauten, wir haben noch nicht genug angepasste Experimente durchgeführt, die unsere Meinung bestätigen.

Chris

Mittwoch, 9. August 2017

Fahrräder gegen Smog

Autos machen den Dreck und Fahrradfahrer sollen ihn wieder weg machen. Wie absurd ist das bitte. Einfacher wäre es doch, Autos zu verbieten und gleich alle auf Fahrräder zu setzen. Der erhöhte Lufwiderstand dank dieses tollen Filters ist ja egal. Vor allem stellt sich mir die Frage nach der Motivation. Warum soll ich mich mehr anstrengen, wenn offensichtlich die Politik versagt? Das ganze wir dann noch als Heilsversprechen verkauft.

Chris

Gedanken zur ökonomischen Lehre

Ein Kommentar zur Empfehlung hier.
Das erschreckende an der dargestellten Analyse ist, dass die grundlegenden ökonomischen Modelle wesentliche Effekte ausblenden. Die Ökonomen gehen dabei in der Lehre einen ähnlichen Weg wie die Physiker oder Ingenieure. Dort werden am Anfang einfache Modelle gelehrt. Der Unterschied ist, dass sich diese Modelle in den komplexen Modellen wiederfinden. Sie stellen eine gute Basis dar, auf der man tiefer in bestimmte Bereiche einsteigen kann.
In der Ökonomie passt das nicht so ganz. Wenn meine Annahme ist, dass es kein Geld gibt, dass Machteinflüsse nicht existieren, dass Institutionen nicht existieren, usw. dann entwickelt sich ein Denken, welches die Welt nicht richtig darstellt. Das Problem ist, dass sich die Studenten später im Studium nicht zwangsläufig komplexere Modellierungsmethoden anschauen. D.h. es bleibt bei einfachen und offensichtlich falschen Modellen. Dass diese Aussage nicht absurd ist, kann jeder begreifen, der die Nachrichten ließt. Es wird in der Regel im Modell der Neoklassik argumentiert. Dabei entstehen ständig Widersprüche. Beispiele hierzu sind in der Eurokrise deutlich zu erkennen. Deutschland spielt seine Macht aus, um Griechenland zu einem Reformkurs zu zwingen. Gleichzeitig hält es sich nicht an die Regeln. Fügt man die Machtkomponente ein, ist dies sehr einfach zu erklären. Für die Neoklassiker nicht. Dort liegt es dann an der Qualität der deutschen Produkte und dem Markt der es belohnt.
Der Dieselskandal ist ein nächster Punkt. Die Verflechtung zwischen Industrie und Politik ist institutionalisiert. Die Abhängigkeit von Arbeitsplätzen und der Fakt, dass man hundertausende davon nicht auf magische Weise ohne Zeitverzögerung ersetzen kann, ist ebenfalls offensichtlich. Diese Offensichtlichkeit existiert nicht in den Köpfen der Ökonomen. Dort wird argumentiert, dass der Markteingriff dazu führte. Das ist absurd, da jegliche Interaktion innerhalb eines Marktes ein Eingriff darstellt.
Geld ist auch ein gutes Beispiel. Es wird ignoriert, dass Geld aus dem Nichts geschöpft wird. Das macht die EZB. Das Buchgeld der privaten Banken, welches wir de facto als Zahlungsmittel verwendet wird. wird von privaten Banken geschöpft. Der EZB vorzuwerfen, sie sei daran Schuld das die Zinsen niedrig sind, ist daher absurd. Die Banken brauchen einfach wenig Zentralbankgeld als Einlage, um Kredite zu vergeben, weil sie keine Kredite vergeben können. Das alles liegt auf der Hand, wenn man das Währungssystem berücksichtigt. Tut man es nicht und bleibt bei der Neoklassik, muss es der böse Staat sein, welcher durch den Markteingriff die Zinsen senkt.

Die drei Beispiele verdeutlichen, dass die Denkweise sehr vereinfacht ist. Meine Analyse ist es auch, fügt aber zusätzliche Komponenten hinzu. welche nicht gelehrt werden. 

Chris

Montag, 7. August 2017

Belastungsgedanken

Wer kennt sie nicht die Argumentation von Ökonomen die ungefähr so lauten. Die ärmere Bevölkerung sollte sich nicht über die zu niedrige Rente und/oder Löhne aufregen. Schließlich können sie sich real wesentlich mehr leisten als jemand aus den 60er oder 70er Jahren. Damals musste man für einen Fernseher x Stunden arbeiten. Heute ist es weniger.
Die Aussage ist im Grunde richtig. Interessanterweise wird diese Logik bei den oberen Einkommen nicht angewandt. Dort zählt nur die prozentuale Belastung durch Steuern und Abgaben. Genausogut könnte man diese Rechnung für reichsten der Reichen aufmachen. Man könnte dort genausogut vorrechnen, dass prozentual die Belastung höher sei, real die Einkommen und Vermögen, durch eine stärkeres Wirtschaftswachstum, mehr steigen.
Dieses Argument wird aber nicht vorgebracht. Dabei würde es linker Politik helfen die Besserverdiener auf ihre Seite zu ziehen. Wenn ein Arzt 10000 Euro verdient und aktuell 50% Abgaben zahlen muss, dann hat er 5000 Euro übrig. Die FDP Lösung ist, die Abgaben auf 40% zu senken. Dann sind es 6000 Euro. Wenn linke Politik zwar mehr Abgaben, aber eine bessere Verteilung der Einkommen vertritt, dann kann es bei diesem reinen Rechenbeispiel dazu kommen, dass der Arzt 20000 Euro verdient und dafür 60% zahlt. Dann hat er real mehr, bei höherer Belastung.

Diese Möglichkeit wird von wirtschaftsliberalen Politikern nicht im Ansatz in Betracht gezogen. Linke Politiker stellen es auch nicht so dar. In meinen Augen würde es in vielen Fällen aber ganu dazu kommen. Der Arzt würde besser bezahlt werden und/oder hätte weniger Stress da mehr Personal vorhanden ist. Der Unternehmer zahlt mehr Steuern, dafür arbeitet die Bürokratie schneller, da die Personalausstattung wieder auf ein vernünftiges Maß erhöht werden kann. D.h. er verdient automatisch mehr. Das sind nur Beispiele. Aber sie sollen verdeutlichen, dass eine prozentuale Belastung nichts über Einkommenszuwächse in solch komplexen Strukturen aussagt. Ich habe immer das Gefühl, dass wirtschaftsliberale Eliten nicht besonders clever sind. Sie kommen immer genau bis zur ersten Ebene. Folgeebenen und Folgeinteraktionen blenden sie aus. Das ist auch einfacher. 

Chris

Donnerstag, 3. August 2017

Antisemitismus

Ein interessanter Podcast über Antisemitismus. Eine Frage die mich tatsächlich stark zum Nachdenken anregte war sinngemäßt "Warum kritisiert man eigentlich Isreal so stark und andere Länder wie China (Stichwort Tibet), Saudi-Arabien (Stichwort Jemen) nicht?" Ich konnte diese Frage für mich nur so beantworten. Israel ist präsenter. Warum die Verletzungen des Völkerrechts öfter dargestellt werden, warum positive Handlungen Isreals gegenüber den Palästinensern nicht präsent sind (die wird es auch geben), weiß ich nicht.
Das heißt nicht, dass ausgewogene Kritik nicht richtig und wichtig ist. Allerdings sollte man immer nicht vergessen, es ausgewogen zu tun und die vielen anderen (inklusive uns selbst) nicht zu vergessen.

Chris

In der eigenen Ideologie gefangen

Die INSM kommentiert folgendes

von dem freien Handel profitiert kaum ein Land so sehr wie Deutschland. Die fortschreitende Globalisierung nach dem Fall des Eisernen Vorhangs bescherte jedem Deutschen in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten inflationsbereinigte Einkommensgewinne von durchschnittlich 1.130 Euro im Jahr, wie aus einer Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hervorgeht. 

kann aber nicht erklären, warum wir in einem solchen Gewinnerland dann noch Aufstocker brauchen.

Chris

Mittwoch, 2. August 2017

Zweifel an der Vernunft


und zwar obwohl das Land 2016 sogar einen Primärüberschuss erzielt hat, der Staatshaushalt also im Plus ist, wenn man die Zinszahlungen außen vor lässt.

Diese Aussage ist nicht neu, aber immer noch Quatsch. Nehmen wir an, ich verdiene 1000 Euro, habe Ausgaben ohne Zinsen von 900 Euro und muss 200 Euro Zinsen bedienen, dann steigt mein Schuldenstand an. Irgendwoher muss ich die 100 Euro Defizit bekommen. Das sind dann wohl neue Schulden. Wie kann man in diesem Fall von einem Überschuss reden? Richtig man kann es nicht. 
 
Umgekehrt kommen Ökonomen vonm Schlage Freytags und behaupten die schwarze Null sei keine, da die Zinsen gerade niedrig sind. Damit haben sie eigentlich Recht, da Schäuble die Zinsvorteile gerne mitnimmt und das Ergebnis als seine tolle Politik verkauft. Bezogen auf die Ökonomen stellt sich aber folgende Frage. Wenn doch Zinsen keine Rolle spielen, dann haben wir ja schon lange einen Überschuss, oder? 

Ökonomie der sichtbaren Ökonomen ist die Kunst, identische Zusammenhänge so unterschiedlich darzustellen, dass sie die eigenen Vorurteile und den eigenen Glauben unterfüttern. Richard Feynman nannte solche Dinge Cargo-Cult-Wissenschaften. Seine Beschreibung zu diesem Begriff passt perfekt auf faktisch alle Ökonomen, welche auf der INSM publizieren. Jeder mit einem Funken Verstand erkennt die Widersprüche. 

Chris

Montag, 3. Juli 2017

Endlich mehr Rüstungsausgaben

Darauf haben wir alle lange gewartet. Hartz 4 erhöhen geht gar nicht. Das sind keine Investitionen, sondern nur Konsumausgaben des Staates. Rüstung hingegen, dass ist Investition. Wir investieren in die Invasion, den Raub und die wirtschaftliche Expansion im Ausland. Toll ist das. Hat in Rom auch schon funktioniert. Lasst uns um die Welt ziehen und die Expansion unserer Konzerne mit Waffen unterstützen. Wer braucht da schon TTIP oder CETA? In schwachen Ländern reicht da auch die Bundeswehr oder NATO. Wenn wir Fabriken bombardieren entsteht eine Angebotslücke die wir füllen können. Städte müssen auch wieder aufgebaut werden. Wenn wir vorher die Bildungselite töten oder aus dem fremden Land zu uns vertreiben, können nur wir die benötigte Leistung anbieten. Wir gewinnen dabei. Warum also die Kritik. Das beste ist, wir bauen auch noch Waffen. Auch das schafft Arbeitsplätze. Rüstung ist also etwas tolles. Die doofen Linken haben es nicht begriffen. Nur wenn wir zerstören können wir wieder aufbauen. Das beste ist, wenn wir den Stein zum zerschießen der Scheibe verkaufen und die Scheibe selbst auch noch, verdienen wir doppelt. Wie kann man bei einem solch tollen Modell dagegen sein? Menschenrechte? Egal! Der Markt kennt keine Menschenrechte. Die unsichtbare Hand des Marktes (armer Adam Schmith) kennt das nicht und will das nicht. Ein Mensch ist in neun Monaten ersetzt. Profite halten länger.

Chris

Freitag, 30. Juni 2017

Relationen

Da kann man nur mit dem Kopf schütteln.


30000 Menschen kommen weltweit durch Terror ums leben. Ein Bruchteil davon stirbt in der reichen westlichen Welt. Gleichzeitig sterben huntertausende aufgrund von Passivrauchen und Millionen durch Verkehrsunfälle. In Deutschland sind die Relationen wahrscheinlich ähnlich dramatisch, da unser Nichtraucherschutz relativ schlecht ist im Vergleich anderer Industrienationen. D.h. will man die Menschen wirklich schützen, will man ihr Leben sicher machen, dann müsste man Rauchen auf ein Minimum reduzieren. Der Weg ist einfach. Der Preis muss hoch und es muss Werbeverbote geben. Jeder der bis zum 20. Lebensjahr nicht angefangen hat zu rauchen, raucht mit hoher Wahrscheinlichkeit nie.
Bei Straßenverkehr das Gleiche. Wenn man diese Zahlen sieht, dann kann man sich nur wundern. Massive Reduktion des Individualverkehrs mittels eines Autos müsste der Slogan heißen. Autos töten Menschen. Da traut sich niemand ran. Wenn allerdings ein Verrückter ein Auto nimmt und in einem Weihnachtsmarkt rast, dann bauen wir den Überwachungsstaat aus. Wenn ein Fahrradfahrer überfahren wird, dann diskutieren wir, ob man eine Helmpflicht einführen sollte.
Interessanterweise sind beide Themen nicht existent im aktuelle Wahlkampf. Stattdessen steht sicherheitspolitisch der Terror im Zentrum. Unverständlich, wenn man solche Zahlen ließt.

Chris

Dienstag, 27. Juni 2017

Immer und immer wieder

Heute morgen habe ich es geschrieben und es dauert nur einige Stunden und es wird bestätigt. Unkritisch werden Aussagen aus dem weißen Haus einfach so übernommen. Vielleicht gab es einen Giftgasangriff, vielleicht nicht. Beweise gibt es nicht und Untersuchungen auch nicht. Trotzdem werden diese Nachrichten verbreitet. Bei den Lesern bleibt nur hängen, Assad = Giftgas = böse. Wie war das noch mit der Intention keine Fake News zuzulassen. Aber wenn es aus dem weißen Haus kommt muss es ja stimmen?! Die gleiche Journalisten die sich über die Unfähigkeit Trumps aufregen erblöden sich nicht eine solche Propagandameldung zu veröffentlichen.

Chris