Freitag, 13. September 2013

Bottlewater

In einem Dorf in Pakistan trifft er auf Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Währenddessen fördert Nestlé dort Wasser aus einem Tiefbrunnen und verkauft es als "Nestlé Pure Life" zu einem Preis, den sich ein großer Teil der Dorfbewohner nicht leisten kann. Seit Jahren sinkt der Grundwasserspiegel des Dorfes, der Zugang zu sauberem Wasser wird immer schwieriger.

Wie bei Ackerflächen oder anderen Rohstoffen werden die Armen benachteiligt. Wenn Konzerne die Ressourcen erst einmal haben, dann darf man dieses Eigentum nach marktliberaler Sichtweise nicht mehr anpassen. Wieso dieses Eigentum jemals auf die Konzerne übergehen durfte wird nicht verraten. Das Wasser wurde, wahrscheinlich seit Menschen dort leben, von eben diesen Menschen genutzt. Ein Rechtstitel, ausgestellt vom verhassten Staat, sorgt dafür, dass das freie Eigentum in den Besitzt des Meistbietenden übergeht. Die Garantie für dieses Eigentum gibt wieder der Staat. 
Hier zeigt sich die absurde Denkweise manch eines Marktliberalen. Ohne einen Staat könnten Unternehmen Ressourcen wie Wasser oder Land nur durch Gewalt erlangen. Das halte ich nicht für sehr freiheitlich. Durch den Staat verschiebt sich die Gewaltanwendung von den Unternehmen zum Staat. Somit ist der Staat böse und die Unternehmen gut und man kann sein einfaches Weltbild beibehalten. Das die eine Seite nicht ohne die andere kann wird ignoriert. Denn der erste Schritt zur Eigentumserlangung bei Land, Wasser oder anderen Ressourcen wird meist komplett außen vor gelassen. Denn dieser erste Schritt ist im allgemeinen nicht sehr liberal.

Chris

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