Montag, 5. Dezember 2016

Ein Offenbarungseid der ökonomischen Forschung

In einem Beitrag von Dr. Karen Horn zur experimentellen Ökonomik schließt sie mit folgendem Fazit.
Nein, die klassische Rationalitätsannahme ist keineswegs ein alter Hut, bloß ein Notbehelf, gar eine praktische, aber völlig in die Irre führende modelltheoretische Abkürzung. Sie ist auch mehr als bloß eine technische Benchmark. Sie ist vor allem ein Schutzmechanismus, der jene Übergriffe zu vereiteln hilft, die offenbar unvermeidlich mit dem menschlichen Drang verbunden sind, die in wissenschaftlicher Neugier errungene Erkenntnis auch alsbald in politische Gestaltung umzusetzen. 

Ich hoffe wirklich, dass dieser Absatz missverständlich ist. Denn übersetzt heißt er. Die Annahme der Rationalität ist zwar Quatsch, aber als Ökonomen behalten wir ihn bei, um die politischen Prozesse in unserem Sinne zu beeinflussen. Wissenschaft sollte Wissen schaffen und keine Politik machen. Denn mit diesen Modellen werden Entscheidungen und politische Richtungen definiert. Sind die Modelle falsch, wie will man die richtige Entscheidung aus dem Modell ableiten? Die Motivation gutes zu tun, was im Übrigen von den Neoliberalen immer den Linken vorgeworfen wird, führt zu schlechterem. Im Falle der neoliberalen Reformen führt es zu weniger Freiheit. Das klingt erst einmal absurd. Aber erhöhe ich den Druck auf Arbeitnehmer, dann muss ich diese stärker überwachen, weil sie weniger loyal sind. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Es verdeutlicht aber, dass eine Freiheitssteigerung an einem Ende nicht zwangsläufig eine globale Freiheitssteigerung zur Folge haben muss. Das ist etwas, was man als Selbstkritik, selten von den Ökonomen hört.

Chris

Dienstag, 29. November 2016

Nun ist es amtlich, es ist eine Immobilienblase

Das erkennt man daran, dass man den Menschen einredet die Zinsen bleiben auf ewig niedrig, die Immobilienpreise sind hoch, werden aber noch steigen. Wenn jahrelang die Preise über 5% in jeder größeren Stadt steigen, dann muss man langfristig dort wohnen wollen. Das kann man nur, wenn man langfristig planen kann. Genau das können die vielen befristeten Arbeitnehmer nicht. Einfache Erklärung für einen noch einfacheren Zusammenhang. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) sollte das eigentlich wissen. Da es eine Art wissenschaftliches Institut ist, sollte es sich mit prekären Arbeitsstellen auskennen. Einfach mal die Doktoranden fragen.

Chris

Mittwoch, 23. November 2016

Warum redet keiner mehr über Kooperation

Man kann von der russischen Außenpolitik halten was man will. Interessant ist aber folgendes. Wenn Russland den harten Max gegenüber seinen Nachbarn spielt, dann ist das gejammer groß. Spielen wir (der Westen) das gleiche Spiel, dann darf Russland nicht jammern, sondern hat sich zu fügen. Die taz ist da ganz auf Linie und konstruiert eine russische Gefahr, damit unsere eigenen Aggressionen legitimiert werden. Haben wird denn nichts aus zwei Weltkriegen gelernt?
Da wird der Linkspartei der Vorwurf gemacht allzu kooperativ mit Russland umzugehen. In was für einer Welt leben wir, wo der Wille zum Frieden und der gegenseitigen Hilfe etwas schlechtes ist?

Chris

Dienstag, 22. November 2016

trump macht, was alle Spitzenpolitiker machen

Er spricht weiter mit seinen alten Geschäftspartner und zieht Vorteile aus der Präsidentschaft. Das ist ein Skandal!!! Wie kann es sein, dass der Teufel sich verhält wie alle anderen? 
So langsam verkommt dieses Bahsing zu einer Farce. Die Kritik ist zwar berechtigt, wird aber nur bei Personen angewandt, welche die Medien nicht leiden können.

Chris

Mittwoch, 16. November 2016

Atomkraft ist sicher

Darum liegt Frankreich im dunkeln. Es ist billig und darum will Großbritannien mit viel Geld den Neubau von Meilern fördern, bzw. den Strompreis festlegen. Wie war das mit dem toten Pferd? In Deutschland jammern die Ökonomen über die Energiewende.

Chris

Eindimensionale Sichtweise

Doch selbst ein Handelskrieg mit Mexiko wäre für die USA riskant, vor allem die Verbraucher würden leiden.

Diese Aussage fasst vortrefflich die eindimensionale Sichtweise vieler Wirtschaftsjournalisten und auch genug medial präsentierenden Ökonomen zusammen. Diese Aussage gibt vor, dass Verbraucher leiden. Haben Produzenten denn einen Vorteil? Das weiß man nicht. Da Verbraucher auch Produzenten sind, ist die Aussagen sinnfrei. Man muss beide Seiten betrachten. Nehmen wir an die Verbraucher müssen 10% mehr bezahlen, weil Handelshemnisse aufgebaut werden, gleichzeitig steigen die Löhne um 20%, dann leiden die Verbraucher. Die Menschen profitieren eventuell durch das höhere Einkommen. Genau das muss man analysieren. Dazu sind Wirtschaftsjournalisten nicht in der Lage, da sie Staaten, Arbeitnehmer, Konsumenten und Arbeitgeber in ihrer eindimensionalen Sichtweise auf die Welt diese Dinge komplett entkoppeln können. In der Realität sind diese Dinge aber nicht entkoppelt. Genau deshalb scheitern die Aussagen dieser Publizisten auch regelmäßig. Darum verstehen sie viele Zusammenhänge nicht.

Chris

Zitat

Unsozial sind öffentliche Verschwendung, das Setzen von Fehlanreizen und Leistungsanreizen zu Lasten Dritter.

Otto Graf Lambsdorff

Ein Zitat über das ich gestolpert bin. Es zeigt sehr gut, dass für Neoliberale Unsoziales nur vom Staat generiert werden kann. Das Private zu Lasten Dritter agieren können, kommt in ihrem Denken nicht vor. Denn die Handlungen sind in ihrer sehr einfachen Welt immer freiwillig. Wie kann man mit vermeintlicher Freiwlligkeit irgendjemandem Schaden?

Chris